Rhododendren im Miniformat

10.04.2018

Im Frühling gehören Rhododendren und Azaleen – zu den schönsten Blütengehölzen im Garten. Weniger bekannt ist, dass es von ihnen sehr schöne und blühfreudige Zwergformen gibt, die sich dauerhaft im Gefäß kultivieren lassen. Ihnen zur Seite gesellen sich weitere Immergrüne wie Lavendelheide und attraktive Zwergkoniferen. Von Fachjournalistin Katharina Adams

In voller Blüte

Mini Rhododendron Plantipp
Sehr kompakt: Rhododendron ‚Centennial Gold‘. Foto: Plantipp

Wenn in den Parks und Gärten die Rhododendren in voller Blüte stehen, sodass von Zweigen und Laub fast nichts mehr zu sehen ist, ist ihnen ungeteilte Aufmerksamkeit und Bewunderung sicher. Vor allem die großblumigen Hybriden sind für ihre üppige Blütenpracht in unzähligen Farbschattierungen und -kombinationen bekannt. Für Balkon- und Terrassenbesitzer kommen eher klein- bis zwergwüchsige Formen infrage, und hier ist die Auswahl größer als den meisten bekannt ist. Es sind vor allem die Auslesen einiger Wildformen, die sich für diesen Einsatzzweck eignen.

Blaues Wunder: Rhododendron impeditum und russatum

Hierzu gehört zum Beispiel Rhododendron impeditum, ein immergrüner, dicht belaubter Zwergstrauch, der breit kissenförmig und nach zehn Jahren nicht höher als 40 Zentimeter wächst. Im Mai begeistert diese Art mit unzähligen violetten Blüten, sodass der Begriff „Blütenkissen“ keineswegs übertrieben ist. Noch kompakter ist die Sorte ‘Luisella’, deren Blüten zudem einen Hauch von Rosa zeigen. Von beinahe strahlendem Blau sind die beiden Sorten ‘Maggie’ und ‘Ronny’, die außerdem noch zwei Wochen eher blühen als die beiden erstgenannten.

Ebenso leuchtend blau sind die Blüten von Rohodendron russatum, und hier sei besonders ‘Compactum’ genannt. Ab April ist das blaue Blütenwunder zu besichtigen, Rhododendron calostrotum ‘Enrico’ hingegen öffnet seine Knospen ab Mitte Mai, die im Ausblühen zwischen Blau und einem intensiven Lila changieren. Eine Topfparade mit einer Mischung aus früh und später blühenden Sorten sorgt also von Mitte April bis Ende Mai für strahlend blaue Aussichten.

Rhododendren in den Farben des Regenbogens

In zartem Hellviolett erstrahlt Rododendron keleticum, während Rhododenron keiskei für rosarote Ansichten sorgt. Ein echter Winzling ist dabei die Sorte ‘Wee Bee’, die auch nach vielen Jahren lediglich 20 Zentimeter hoch wird und sich als dichtes Kissen präsentiert. Mit Rhododendron ludlowii hält auch die Blütenfarbe Gelb ins Sortiment der Rhodozwerge Einzug, und Rhododendron repens hält einige Sorten von intensiv roter Blütenfarbe in petto.

Wer die kleinen Glockenblüten von Rhododendron campylogynum betrachtet, fühlt sich auf den ersten Blick eher an ein etwas wuchtig geratenes Heidekraut erinnert. Wenn man aber bedenkt, dass die Rhodos zur Familie der Heidekrautgewächse gehören, verwundert die Ähnlichkeit weniger. Ein sehr schönes Sortenspektrum wird speziell für den Fachhandel unter der Marke „Lilly Bell“ angeboten. Es beinhaltet kräftige Pflanzen im Dreiliter-Dekotopf mit passendem Etikett.

Alle genannten Arten und Sorten sind übrigens mindestens ausreichend winterhart, sollten aber im Winter Frostschutz im Bereich des Gefäßes erhalten, weil sonst der Wurzelballen durchfrieren kann. Als Substrat im Gefäß hat sich spezielle Rhododendron-Erde bewährt, die mit niedrigem pH-Wert und guter Wasserbindefähigkeit den Ansprüchen dieser Gehölze gerecht wird.

Keine Zwerge, aber kompakt

Neben den ausgesprochenen Zwergen lassen sich zumindest einige Jahre auch andere kompakt wachsende Arten im Gefäß kultivieren. Geeignet sind zum Beispiel die sehr blühfreudigen Auslesen und Hybriden von Rhododendron yakushimanum und williamsianum, zum Beispiel die zart gelb blühende ‘Centannial Gold’, ‘Romika’ mit weißen Blüten, die einen kräftig rosa Blütenrand zeigen, oder auch ‘Schneekissen’, die aus rosa Knospen weiße Blüten entwickelt und außerdem mit einem attraktiven weißfilzigen Blattaustrieb beeindruckt. Die meisten Sorten dieser Gruppen werden auch nach zehn Jahren nicht höher als 80 Zentimeter.

Neben den „richtigen“ Rhododendren sind auch die Laub abwerfenden Azaleen im Kübel eine Augenweide. Viele Sorten begeistern durch ihre leuchtenden und oft knalligen Blütenfarben von Gelb über Orange bis Pink. Sie machen richtig Lust auf Frühling und sind auch am POS ein absoluter Hingucker, kleinwüchsige Formen, zum Beispiel ‘Amerson Little Gem’ (orange), ‘Csardas’ (gelb) oder ‘Stefanie’ (rosa), können durchaus viele Jahre im Kübel kultiviert werden.

Partner nicht nur im Beet

Die kleinen Rhodos lassen sich sehr schön mit anderen Immergrünen kombinieren, zum Beispiel mit der ebenfalls im Frühjahr blühenden Japanischen Lavendelheide (Pieris japonica), die wie die Rhododendren zur Familie der Heidekrautgewächse gehört und die gleichen Ansprüche an Boden und Standort hat.

Sehr hübsch ist eine Gruppierung mit aufeinander abgestimmten Gefäßen in unterschiedlicher Höhe, mit denen sich eine Staffelung wie im Beet arrangieren lässt. Lavendelheide gibt es in weiß, rosa und auch rot blühenden Sorten und auch als Formen mit panaschierten Blättern. Sehr ansprechend ist die kompakte Sorte ‘Little Frost’ mit schmalen weißen Blatträndern. Sehr attraktiv bei fast allen Sorten ist der rote oder rotbraune Laubaustrieb. Durch ihren langsamen Wuchs können Lavendelheiden viele Jahre im Kübel bleiben.

Ebenso eignen sich Zwergkoniferen aller Art bestens als Partner, wobei man auf unruhig wirkende, sehr bunte Formen besser verzichtet. Aber kleine Fichten, Tannen und Kiefern in Säulen- und Kugelformen sind immer die richtige Wahl. Ganz neu im Sortiment ist eine wasserfallartig wachsende Weymouth-Kiefer (Pinus strobus ‘Niagara Falls’), die sich sehr gut für den Vordergrund eignet, wo sie elegant über den Gefäßrand wachsen kann.

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