Video: 50.000 Euro für gesunde Mitarbeiter

13.02.2018

Ludwig Scheidtmann lässt sich die Gesundheit seiner Mitarbeiter rund 50.000 Euro im Jahr kosten. Unter anderem leistet sich der Betrieb eine Physio-Therapeutin und einen „Rückenmultiplikator“, wie der Geschäftsführer des GaLaBau-Unternehmens L. Scheidtmann GmbH in einem Vortrag verrät. Von Christian Mannsbart

Der Anstoß zum betrieblichen Gesundheitsmanagement: Ein Arbeitsunfall, drei Schlaganfälle

gesunde Mitarbeiter
Neben kostenlosem Obst und Wasser ermöglicht Ludwig Scheidtmann seinen Mitarbeitern, direkt im Betrieb physiotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der Stein für das betriebliche Gesundheitsmanagement kam 2013 ins Rollen. „In diesem Jahr ereignete sich ein schlimmer Unfall und drei Mitarbeiter erlitten einen Schlaganfall – da kommt man schon ins Grübeln“, erklärt Scheidtmann, dessen Unternehmen drei Firmen und 90 Beschäftigte umfasst.

Zusammen mit der Rentenversicherung und der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau entwickelte der Geschäftsführer eine Strategie, die sich heute für das GaLaBau-Unternehmen auszahlt. „Wir sehen uns im Garten- und Landschaftsbau vielfältigen Belastungen ausgesetzt“ weiß Scheidtmann. Ob nun die Arbeit mit schwerem Gerät und Werkzeugen auf der Baustelle oder aber auch eine sitzende Tätigkeit – sie alle können sich negativ auf das körperliche Befinden von Mitarbeitern auswirken.

Erste-Hilfe-Kurs und Gesundheitstage für alle

Den ersten Baustein im betrieblichen Gesundheitsmanagement bildet ein verbindlicher Erste-Hilfe-Kurs für alle Mitarbeiter. Hinter dieser Maßnahme steht eine einfache Rechenaufgabe, die sich aus der Veränderung der Arbeitsbedingungen ergibt: „Heute ist man oft nur noch zu zweit auf der Baustelle unterwegs“, weiß der Unternehmer. Außerdem untersucht ein externer Mediziner die Mitarbeiter regelmäßig. Ein ebenfalls externer Sicherheitsbeauftragter schult die Beschäftigten zusätzlich in Maschinenführung oder auch in Sachen Gefahrstoffe.

Einmal im Jahr veranstaltet die L. Scheidtmann GmbH Gesundheitstage zu verschiedenen Themen, etwa Ernährung oder auch Hautschutz-Prävention. „Wir arbeiten alle draußen. Wer schwarzen Hautkrebs bekommt, hat keine hohe Lebenserwartung“, so Scheidtmann. Zum weiteren Programm zählen Aktivrückenschulen mit der SVLFG und ein sogenannter „Rückenmultiplikator“, ein Mitarbeiter, der den Kollegen auf der Baustelle über die Schulter sieht und ihnen Tipps für rückenschonendes Arbeiten gibt.

Wenn die Physiotherapeutin den GaLaBauer gesund massiert

Neben kostenlosem Obst und Wasser kommen die Mitarbeiter auch in den Genuss einer eigenen Physiotherapeutin. Wo früher der Arzt eine Spritze nebst gelbem Schein angesetzt hätte, nutzt heute „Isabella“ die Kraft ihrer fachkundigen Hände. „Einmal kam ein Mitarbeiter fast nicht mehr aus dem Führerhaus des LKW, den wir für den Streudienst einsetzen. Isabella hat ihn massiert und seitdem sind die Probleme vergessen“, erzählt Scheidtmann.

„Alles in allem investieren wir ungefähr 50.000 Euro in dieses Gebiet, aber es lohnt sich“, so der GaLaBau-Unternehmer weiter. 2016 standen 9,4 Krankheitstage pro gewerblichem Arbeitnehmer zu Buche, in 2017 schon nur noch 8,1 Tage. „Insgesamt liegen wir bei einem Krankenstand von unter drei Prozent, was für ein GaLaBau-Unternehmen schon eine wirklich gute Sache ist“, sagt der Geschäftsführer.

Noch mehr zum betrieblichen Gesundheitsmanagement der Firma L. Scheidtmann erfahren Sie im Video.

Ludwig Scheidtmann referierte auf dem Kongress „GaLaBau Ausblicke – Erfolgsfaktor Gesundheit“, der im Rahmen der IPM Essen 2018 stattfand und vom Verband Garten-, Landschafts-, und Sportplatzbau NRW veranstaltet wurde.

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