Baumschulen: Strukturwandel noch nicht abgeschlossen

Der Strukturwandel, dem sich Baumschulen in Zukunft ausgesetzt sehen, ist weiter Thema in der Branche. Lorenz Wieland sprach mit Jan-Dieter Bruns von Bruns-Pflanzen-Export aus Bad Zwischenahn.

Strukturwandel Baumschulen
Laut Unternehmer Jan-Dieter Bruns hat für die Baumschulen die Nachfrage an großen Bäumen mit einem Stammumfang über 30 Zentimetern in den letzten Jahren zugenommen.

Der Strukturwandel, dem sich Baumschulen in Zukunft ausgesetzt sehen, ist weiter Thema in der Branche. Lorenz Wieland sprach mit Jan-Dieter Bruns von Bruns-Pflanzen-Export aus Bad Zwischenahn.

Ihr Betrieb gehört zu den größten Baumschulen in Europa. Die Baumschulwirtschaft trifft derzeit ein verstärkter Strukturwandel. Wie schätzen Sie diesen ein?

Jan-Dieter Bruns: Der Strukturwandel ist für die Baumschulen noch nicht abgeschlossen und wird sicherlich noch einige Jahre andauern. Er führt zu einer stärkeren Spezialisierung, leider aber auch zu Betriebsaufgaben oder auch zur Neuausrichtung der Baumschulen auf neue Geschäftsbereiche. Wir beobachten diese Veränderungen mit Sorge, da wir auf eine wirtschaftlich gesunde Zulieferstruktur angewiesen sind.

Viele Baumschulen schränken ihr Produktionssortiment ein und suchen neue Geschäftsfelder. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Jan-Dieter Bruns: In gewissen Zeitabschnitten ist eine Überprüfung der Betriebsausrichtung für Baumschulen unbedingt notwendig. Alle Betriebe müssen wie andere Unternehmen auch wirtschaftlich arbeiten. Insofern kann ich viele Baumschulen verstehen, die sich neue Geschäftsfelder, sei es in der Dienstleistung rund um die Pflanze oder eine stärkere Orientierung hin zum Einzelhandel, suchen. Auch unser Unternehmen haben wir immer wieder verändert und den Gegebenheiten angepasst. Wichtig ist, dass diese Änderungen rechtzeitig in der Position der Stärke passieren.

Wie ließe sich das Preisniveau für Baumschulen verbessern – etwa durch eine Imagekampagne?

Jan-Dieter Bruns: Das Preisniveau ist wirklich zu niedrig, aber letztendlich wird es von den Baumschulen selbst verantwortet. Leider gibt es immer noch sehr viele Pflanzen am Markt. Nur eine Verringerung der Bestände und die Ausrichtung in der Produktion auf hochwertige Qualitäten werden zu einer Verbesserung des Preisniveaus führen. Eine Imagekampagne für Baumschulen und deren Produkte wird da nicht viel helfen. Unsere Pflanzen haben ein gutes Image, und sie werden auch in Zukunft weiterhin, wenn nicht sogar zunehmend, benötigt.

Sie sind unter den Baumschulen besonders als Lieferant von Großbäumen bekannt. Gibt es Trends in diesem Bereich?

Jan-Dieter Bruns: Für die Baumschulen hat die Nachfrage nach großen Bäumen mit einem Stammumfang über 30 Zentimeter hat in den letzten Jahren zugenommen, da gerade größere Bäume ein besonderes Gestaltungselement darstellen. Es kommen aber auch Trends, wie beispielsweise die Pflanzung von Pinus sylvestris, auch in größeren Größen, im öffentlichen und privaten Bereich hinzu, da diese Bäume auch einen besonderen Charakter ausstrahlen und damit auch den Trend, die Natur in die Städte zu holen, verstärken.

GaLaBau und Baumschulen Hand in Hand: Mit einer neuen Form des Cross-Sellings präsentierten sich Bruns-Pflanzen und der Maschinenanbieter Zeppelin Firmen des GaLaBaus. Gab es hierdurch neue Kunden oder Aufträge für Bruns-Pflanzen?

Jan-Dieter Bruns: Die Cross-Selling-Aktion gemeinsam mit Zeppelin war sehr erfolgreich und beide Partner erhielten im Nachgang sehr positive Reaktionen von der gemeinsamen Veranstaltung. Dies führt letztendlich auch zu neuen Kunden und neuen Aufträgen für beide Unternehmen. Insofern sind wir in der Überlegung, weitere Aktionen in den nächsten Jahren gemeinsam durchzuführen.

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