Bayerns Fachkräfte diskutieren Meisterausbildung

16.01.2018

Wie können in Zukunft mehr junge Menschen für die Ausbildung zum Gärtnermeister begeistert werden? Darüber diskutierten die Ausbilder auf dem „Ausbilder- und Azubitag“ in Landshut. Bundesweit ist nämlich ein Rückgang der Ausbildungszahlen im Zierpflanzenbau zu verzeichnen.

Wie kann dem Rückgang der Ausbildungszahlen im Gartenbau entgegen gewirkt werden?

Bayern Azubitag BGV
Im Gartenbaubetrieb Mediflora in Geisenhausen lernen Auszubildende, wie Citrus-Pflanzen geschnitten geschnitten werden. Foto: BGV

Christian Prentl, Ausbildungsausschussvorsitzender des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes (BGV), zählt einige Diskussionsansätze auf: „Wir könnten über eine Verstärkung der Ökoregionalschiene nachdenken oder einen neuen Schwerpunkt auf das Thema Dienstleistung legen.“ Schließlich war noch über verschiedene Möglichkeiten gesprochen worden, Quereinsteigern und ungelernten Kräften den Zugang zur Meisterschule zu erleichtern.
Der beliebte „Ausbilder- und Azubitag“ fand im Rahmen der Initiative Top-Ausbildung Gartenbau (TAG) bereits zum sechsten Mal in Bayern statt. In der Fachschule für Gartenbau in Landshut-Schönbrunn begrüßten Christian Prentl und Schulleiter Thomas Schneidawind 60 Azubis im zweiten oder dritten Lehrjahr und über 30 Ausbilder aus bayerischen Gartenbaubetrieben.

Werbetrommel für die Ausbildung rühren

Für die Schule eine willkommene Gelegenheit, die Werbetrommel für die Ausbildung zum Gärtnermeister zu rühren. „Immer wieder rufen Betriebsinhaber bei mir an und fragen gezielt nach Absolventen unserer Schule“, so Schneidawind. Doch die Teilnehmer sollten nicht nur die Fachschule kennenlernen. Der BGV als Organisator der TAG hatte für beide Gruppen ein hochkarätiges Vortragsprogramm zusammengestellt – jeweils ein getrenntes Programm für die Ausbilder und die Azubis.
Sehr gut verstanden fühlten sich die Ausbilder auch von Dr. Hubert Klingenberger, der als Trainer und Coach viel Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen mitbrachte. Sein Vortrag „Stimmig ausbilden – konsequent anleiten“ lieferte den Ausbildern Hinweise und Methoden für den Umgang mit Jugendlichen während der Ausbildungszeit.

Bayerische TAG-Initative zählt 44 Gartenbaubetriebe

In der bayerischen TAG haben sich seit 2012 insgesamt 44 bayerische Gartenbaubetriebe zusammengeschlossen. Sie bieten Orientierung für Jugendliche, die auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsbetrieb im Gartenbau sind. Verbandsreferentin Rut Alker ist mit der Anzahl der Gartenbaubetriebe, die sich für die TAG engagieren, zufrieden, sieht aber noch Wachstumspotenzial: „Es gibt einige Betriebe, die die Kriterien mühelos erfüllen, aber vor dem vermeintlichen Zeitaufwand zurückschrecken. Dabei sind alle, die sich zum Mitmachen entschlossen haben, immer noch mit Freude und Engagement dabei. Es lohnt sich, diese Zeit für die jährlichen TAG-Treffen zu investieren.“
Am Nachmittag stand dann für beide Gruppen ein Besuch bei der Firma Mediflora in Geisenhausen auf dem Programm. Diese handelt mit Citrus-Pflanzen und anderen mediterranen Gehölzen. Die Teilnehmer bestaunten in den Gewächshäusern von Mediflora Citrus in vielen Größen und Sorten ebenso wie Zypressen, formierte Kiefern und ähnliches. Den Schnitt von Citrus-Pflanzen zeigten die Mitarbeiter von Mediflora dann auch am lebenden Exemplar. Aufmerksam beobachtet von den Azubis, die in ihren Lehrbetrieben nur selten die Chance haben, sich darin zu üben. Entsprechend interessiert zeigten sie sich im Rahmen dieses „Workshops“. Weitere TAG-Veranstaltungen sind bereits geplant. Eine gemeinsame Exkursion im Sommer soll künftig zu einem festen Bestandteil des Angebotes für die bayerischen TAG-Betriebe werden, so Christian Prentl.

 

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