Christrosen: Botschafter des Winters und der Weihnachtszeit

Christrosen gehören zu den schönsten Botschafterinnen des Winters und der Weihnachtszeit. Ihre Schalenblüten mit den leuchtend gelben Staubgefäßen sind bezaubernd, findet Autorin Katharina Adams.

Christrosen blühen ab November

Wenn die Natur im tiefsten Winterschlaf liegt, haben Christrosen ihren großen Auftritt: Helleborus niger, manchmal auch Schneerosen genannt. Beide Namen geben Auskunft über ihre wichtigste Eigenschaft, nämlich ihre Fähigkeit, mitten im Winter, bei Schnee und frostigen Temperaturen ein kleines Wunder zu vollbringen. Dann, während sich fast alle anderen Stauden noch in der Winterruhe befinden und sich höchstens darauf vorbereiten, bei den ersten wärmeren Temperaturen rasch die Blüten zu öffnen, kommen Christrosen manchmal schon ab November zur Blüte, spätestens aber zu Weihnachten.

Helleborus niger stammt aus Südostasien

Christrosen stammen ursprünglich aus Südostasien und haben sich in den letzten Jahrtausenden nach Westen und Norden ausgebreitet. Sie sind heute in Süd- und Mitteleuropa beheimatet und wachsen auch in Gebirgslagen von bis zu 2.000 Metern Höhe. Schon vor einigen hundert Jahren wurden Christrosen in Klostergärten kultiviert und gezüchtet. Die Wildform ist inzwischen selten zu finden und steht daher unter Naturschutz.

Christrosen sind kalkliebende Pflanzen, sie bevorzugen im Garten mäßig frische Böden im lichten Schatten und werden daher gerne am Beet- oder Gehölzrand gepflanzt. Sie kommen aber auch mit sonnigen Plätzen zurecht, solange es dort nicht zu heiß und trocken ist. Im Beet wirken sie am besten in kleinen Gruppen.

Christrosen mit Zwergsträuchern und Koniferen kombinieren

In Kübeln und Töpfen schmücken sie Balkon, Terrasse oder den Hauseingang, dabei lassen sich Christrosen sehr schön mit immergrünen Zwergsträuchern und Koniferen kombinieren, zum Beispiel mit kleinen Zuckerhut-Fichten oder den dunkelnadeligen Steineiben. Einen schönen Kontrast bringen Zwergsträucher mit dekorativen Beeren ins Spiel, zum Beispiel Skimmien (Skimmia japonica) oder Stechpalmen (Ilex), von denen es unzählige Blattform- und farbvarianten gibt. Aber auch eine kleine Gruppe von Christrosen, ganz ohne schmückendes Beiwerk, einfach in ein hochwertiges schlichtes Gefäß gepflanzt, sieht beeindruckend und edel aus.

Es gibt inzwischen zahlreiche attraktive Züchtungen von Helleborus niger, die sich vor allem in der Form der Blüten unterscheiden, die je nach Anordnung der Blütenblätter eher schalenförmig oder sternartig geformt sein können. So sind zum Beispiel die Blüten der Christrosen-Sorten ‘Jonas’ und ‘Joel’ aus der Heuger Gold Collection eher sternförmig, während ‘Josef Lemper’, ‘Wintergold’ und ‘Jericho’ runde schalenförmige Blüten besitzen. ‘Snow Frills’ fällt durch einen zusätzlichen Innenkranz in den Blüten auf, und ‘Goldmarie’ blüht sogar leicht gefüllt. Auch beim immergrünen Laub gibt es zahlreiche hübsche Varianten von Christrosen, von blaugrün bis frischgrün, und manche Sorten fallen durch panaschierte oder auffallend geaderte Blätter auf.

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