Dürreschäden: Was ist versichert?

06.09.2018

In vielen Gartenbaubetrieben ist die Stimmung sehr angespannt, denn die betrieblichen Wasserreserven sind knapp. Vielerorts sind die Wasserentnahmebecken bereits leer, ebenso Teiche für die Bewässerung und selbst Brunnen fallen derzeit trocken, wie die Gartenbau-Versicherung informiert. Von Fachredakteurin Marie Schröder.

Versicherungsfall – unvorhergesehene Schäden an Bewässerungsanlage

Schäden, die während der Dürre durch einen Bewässerungsausfall entstehen, sind in bestimmten Fällen versichert.

Auch die verstärkte Nutzung von Stadtwasser stelle häufig keine ausreichende Alternative dar, da einige Wasserwerke unter der gegenwärtigen Trockenheit teilweise den Wasserdruck drosseln. Dies führe dazu, dass Beregnungsanlagen der nötige Wasserdurchfluss fehlt oder auch Wasservorhaltemaßnahmen wie Zisternen oder Stahlhochbehälter nicht schnell genug wieder aufgefüllt werden können.

Kommt es durch einen unvorhergesehenen Schaden an der Bewässerungsanlage – zum Beispiel durch Rohrbruch oder einen plötzlichen Ausfall der öffentlichen Wasserversorgung – zu Pflanzenschäden, können diese über die Versicherungsprodukte der Gartenbau-Versicherung versichert sein. Für Freilandkulturen greife dann das Versicherungsprodukt Hortisecur F, für Unterglaskulturen werde im Rahmen des Versicherungsprodukts Horisecur G eine Verderbschaden-Versicherung als Voraussetzung benötigt.

Dürre: Sachschaden ist versicherbar

Handelt es sich dem Grunde nach um ein versichertes Ereignis, sind auch die Schadenminderungskosten/Rettungskosten zur Schadenabwehr Gegenstand des Versicherungsschutzes. Auch der Sachschaden selbst an technischen Betriebseinrichtungen auf dem Grundstück des Versicherungsnehmers – wie ein Schaden an der Bewässerungspumpe, ein Rohrbruch oder Kurzschluss – sind versicherbar. Für Pflanzenschäden durch das Trockenfallen von Brunnen, das Aufbrauchen der vorhandenen Wasservorräte und zu geringe Leitungsquerschnitte für die benötigte Wassermenge besteht dagegen kein Versicherungsschutz, auch wenn diese Szenarien für den Versicherungsnehmer möglicherweise unvermeidbar sind.

Die Gartenbau-Versicherung hat das Wetterereignis „Starkregen“ bereits Anfang 2017 versicherungstechnisch neu geregelt. Für das Ereignis „Dürre“ und dadurch fehlende beziehungsweise trockenfallende Wasservorräte gibt es aktuell keinen Schutz. Dies werde jedoch geprüft, heißt es von der Versicherung aus Wiesbaden.

Der Klimawandel ist da – Das Überdenken des Wassermanagements ist nötig

Die Wetterexperten sind sich einig: Wetterextreme, wie wir sie derzeit und auch bereits in den letzten Jahren erlebt haben, sind nicht mehr die Ausnahme. Extreme Sommer mit ausgeprägten Hitze- und Dürreperioden, je nach Jahr gepaart oder im Wechsel mit sintflutartigen Starkregenfällen und Überschwemmungen, müssen wir fest einkalkulieren.

Wesentliche Ursache ist die Erwärmung der Erde. Selbst wenn wir das Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 realisieren, werden auch in Deutschland die Sommer wesentlich trockener als in der Vergangenheit ausfallen.

Risiko von Extremsommern alarmierend hoch

Ziel des Klimaabkommens ist die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius. Nach den derzeitigen Zusagen der beteiligten Länder ist jedoch mit einer Erwärmung um drei Grad Celsius zu rechnen. Das Risiko von Extremsommern ist damit alarmierend hoch.

Was unsere sehr witterungsabhängige Gartenbaubranche anbelangt müssen wir uns auf diese Situation einstellen und verstärkt Vorkehrungen treffen. Die Gartenbau-Versicherung rät daher dringend, noch stärker als bisher für ausreichende Wasserspeicherkapazitäten zu sorgen. Die meisten Betriebe sind hier bereits sehr risikobewusst und fortschrittlich aufgestellt. Regenrückhaltebecken, Stahlhochbehälter oder Zisternen sind ebenso wie die Nutzung geschlossener Wasserkreisläufe bereits in vielen Betrieben Standard.

Wie der aktuelle Sommer zeigt, sind die bestehenden Speicherkapazitäten oft nicht ausreichend. Niederschlagsreiche Zeiten müssen daher noch stärker als bisher für die Bereitstellung von Wasserreserven im Sommer genutzt werden. Über das Jahr gerechnet verändert sich die Niederschlagssumme nämlich aktuell nicht.

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