Erhebung: Zahl der Baumschulen schrumpft

09.01.2018

Im Jahr 2017 bewirtschaften in Deutschland 1.714 Baumschulen eine Baumschulfläche von 18.613 Hektar. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2012 verringerte sich die genutzte Fläche um 14,4 Prozent und die Zahl der Baumschulbetriebe um 23,5 Prozent. Von Gabriele Friedrich

Baumschulen verfügen über rund 11 Hektar Fläche

Flächen der einzelnen Produktgruppen nach der aktuellen Baumschulerhebung in Deutschland. Grafik: Heike Hoppe

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, verfügen die Baumschulen rein rechnerisch damit im Jahr 2017 über eine durchschnittliche Baumschulfläche von 10,9 Hektar, während es im Jahr 2012 noch 9,7 Hektar gewesen sind. Zu beachten ist, dass alle landwirtschaftlichen Betriebe mit Flächen von mindestens 0,5 Hektar, auf denen Baumschulgewächse herangezogen werden (mit Ausnahme von Pflanzgärten in Forstbetrieben), auskunftspflichtig sind. Betriebsgrößen: Baumschulflächen bis zu einem Hektar geben 240 Betriebe an, ein bis zwei Hektar Größe: 311 Betriebe, zwei bis fünf Hektar: 461 Betriebe, fünf bis zehn Hektar: 282 Betriebe, zehn bis 15 Hektar: 128 Betriebe, 15 bis 20 Hektar: 81 Betriebe, 20 bis 50 Hektar: 157 Betriebe, 50 Hektar und mehr: 54 Betriebe.

Generell erfolgt die Baumschulerhebung alle vier Jahre, diesmal ausnahmsweise nach fünf Jahren. Nicht alle Daten zwischen 2012 und 2017 sind ohne Weiteres vergleichbar, darauf weist das Bundesamt ausdrücklich hin. Ab dem Berichtsjahr 2017 wird die Baumschulfläche unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen nur noch in der Gesamtsumme erfragt.

Ziersträucher machen größte Gehölzgruppe aus

Darüber hinaus gibt es im Vergleich zu den Vorerhebungen neue Zuordnungen in den Gruppen der Obstgehölze und der Rosen. Nadelgehölz-Heckenpflanzen und Laubgehölz-Heckenpflanzen werden zudem erstmalig einzeln erfasst.

Die größte Gehölzgruppe umfasst Ziersträucher und Bäume und macht damit 45,2 Prozent der Baumschulfläche oder 7.975 Hektar aus. Hier sind wiederum Laub- und Nadelbäume für zum Beispiel Alleen, Straßen und Parks einschließlich Solitärgehölzen mit 3.423 Hektar die wichtigste Gruppe. Anschließend kommen die Ziersträucher und Laubgehölze ohne Heckenpflanzen mit 2.074 Hektar. Es folgen Nadelgehölze ohne Heckenpflanzen mit 1.316 Hektar, Rhododendren und sonstige Moorbeetpflanzen mit 492 Hektar, Form- gehölze (Laub und Nadel) mit 450 Hektar, Bodendecker (Laub und Nadel) mit 183 Hektar, Schling- und Kletterpflanzen mit 36 Hektar.

Seit dieser aktuellen Erhebung sind die Heckenpflanzen extra ausgewie-sen. Sie machen 2.047 Hektar aus oder 11,6 Prozent der Gesamtflächen, darunter 1.133 Hektar Nadelhecken und 914 Hektar Laubhecken.

Produktionsbetriebe setzen auf Laubbäume

275 Baumschulen zogen auf einer Fläche von 1.829 Hektar oder 10,4 Prozent Nadel- und Laubbäume als Jungpflanzen für Forstpflanzungen heran. Hier überwiegt die Fläche an Laubbäumen mit einem Anteil von 54 Prozent (988 Hektar). Die Anzucht von Jungpflanzen für Weihnachtsbaumkulturen zählt dabei nicht zur Anzucht von Forstpflanzen. Jungpflanzen für Weihnachtsbaumkulturen werden von 200 Betrieben auf weiteren 684 Hektar oder immerhin 3,9 Prozent der Gesamtfläche erzeugt.
Obstgehölze belegen insgesamt eine Fläche von 974 Hektar, machen 5,5 Prozent der Gesamtfläche aus. Sie verteilen sich auf 769 Hektar veredelte Baumobstgehölze, 169 Hektar Obstunterlagen sowie 36 Hektar veredeltes Beerenobst und stecklings- und steckholzvermehrtes Beerenobst auf 66 Hektar.

Rosenbaumschulen: Veredlung steht im Vordergrund

Bei Rosen setzt sich ein Trend fort: Hier sind es noch 121 Hektar an Unterlagen und 202 Hektar an Flächen mit Rosenveredlungen. Vor fünf und auch vor zehn Jahren waren dies noch rund 500 Hektar Gesamtrosenflächen.
Immerhin 3.814 Hektar oder 23,4 Prozent zählen zu sonstigen Baumschulflächen. Hierin sind auch Gründüngung, Brache, Einschläge und Mutterpflanzenquartiere enthalten, nicht jedoch Hof- und Wirtschaftsflächen.

Rund fünf Prozent der Gesamtfläche, etwa 969 Hektar, lagen 2017 unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen wie etwa Gewächshäusern und Folientunneln zur Jungpflanzenanzucht. Diese Zahl wurde erstmals extra erhoben. Die Gesamtfläche verteilt sich zu rund 16.100 Hektar in Freiland-Produktion und 1.550 Hektar Containerflächen im Freiland.

Die meisten Baumschulen befinden sich mit 403 Betrieben und einer Fläche von 4.713 Hektar in Niedersachsen, was rund 25 Prozent der gesamtdeutschen Baumschulfläche entspricht. Auch in Nordrhein-Westfalen (338 Betriebe, 3.840 Hektar) und in Schleswig-Holstein (249 Betriebe, 3.354 Hektar) haben Baumschulen eine bundesweit vergleichsweise hohe Bedeutung, so die Statistik.

Newsletter