Erste Versicherung zu Risiko Xylella, ALB und CLB steht

25.05.2018

Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat über die Jahre hinweg empfindliche Schäden im Gartenbau angerichtet. Foto: LfL/Wolfgang Seemann

Anfang März informierte die Gartenbau-Versicherung (GV) bereits darüber, in Kürze auch Versicherungsschutz gegen die Auswirkungen beim Auftreten bestimmter Quarantäneschadorganismen – wie Feuerbakterium Xylella fastidiosa, Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB) und Zitrusbockkäfer (CLB), anzubieten. Die Arbeiten sind nun abgeschlossen.

Die Mitglieder könnten ihren Versicherungsschutz ab sofort durch die Vereinbarung speziell auf die jeweiligen Zielgruppen abgestimmter Klauseln erweitern. Laut GV wurden individuelle Anschreiben bereits weitgehend versandt.

Bei den Zielgruppen für den Versicherungsschutz gegen Xylella, ALB und CLB:

  • Betriebe mit Gewächshauskulturen, die eine sogenannte Verderbschadenversicherung (TV-Verderb) im Versicherungsprodukt Hortisecur G abgeschlossen haben.
  • Betriebe mit Freilandproduktion, die eine Mehrgefahren-Versicherung im Produkt Hortisecur F besitzen.
  • Gartencenter und Endverkaufsbetriebe, die eine Feuerbetriebsunterbrechungs-Versicherung haben.
  • Was beinhaltet der Versicherungsschutz? Die erweiterte Deckung bezieht sich den Angaben zufolge auf entstandene Ertragsschäden, die durch eine behördlich angeordnete Quarantäneverfügung aufgrund der drei Schadorganismen Xylella fastidiosa, ALB und CLB hervorgerufen wurden.

Grundvoraussetzung: behördliche Quarantäneverfügung

Für Gartenbaubetriebe mit Gewächshauskulturen und/oder Freilandproduktion beinhaltet der Versicherungsschutz Deckung für Verluste an offensichtlich gesunden Pflanzen, die wegen eines Verbringungsverbots aus einer Befalls- oder Pufferzone entstehen.

Versichert ist auch der Wertschöpfungsverlust nachfolgender Produktionsschritte und/oder Folgekulturen, falls kein Pflanzenersatz beschafft werden kann. Dies gilt auch, wenn die dafür vorgesehenen Flächen wegen einer Quarantäneverfügung nicht genutzt werden dürfen oder wirtschaftlich nicht genutzt werden können. Die Haftungszeit beträgt zwölf Monate ab dem Tag der Quarantäneverfügung.

Behördliche Tilgungsmaßnahe: Pflanzenbestände bisher nicht abgesichert

Nicht versichert sind Pflanzenbestände, die wegen einer behördlich angeordneten Tilgungsmaßnahme vernichtet werden müssen. Für angeordnete Tilgungsmaßnahmen sieht die ab Dezember 2019 anzuwendende neue EU-Verordnung zum Schutz vor Pflanzenschädlingen staatliche Entschädigungsmöglichkeiten vor, wenn hierfür nationale Systeme vorhanden sind. Hier sind Politik und die Berufsverbände gefordert, erinnert die GV.

Bei Endverkaufsbetrieben oder Gartencentern leistet die Gartenbau-Versicherung für einen entstandenen Unterbrechungsschaden Ersatz, wenn der Betrieb Pflanzenbestände nicht oder nur verspätet vermarkten kann oder Teile des Verkaufsbereiches gesperrt werden. Voraussetzung ist, dass durch eine behördlich angeordnete Quarantäneverfügung eine sogenannte Befalls- oder Pufferzone eingerichtet und ein Verbringungsverbot für bestimmte Pflanzen ausgesprochen wird. Nicht versichert sind auch hier Pflanzenbestände, die wegen einer behördlich angeordneten Tilgungsmaßnahme vernichtet werden müssen.

Zusätzlich eingeschlossen ist, wenn der Betrieb durch die Einrichtung eines (Seuchen-)Sperrgebietes und die damit verbundenen Verkehrsbeschränkungen unterbrochen wird.

Deckung beinhaltet entgangene Wertschöpfung

Die Deckung beinhaltet laut GV sowohl das Überständigwerden von Pflanzen als auch die entgangene Wertschöpfung. Mitversichert sind zudem Entsorgungs- und/oder Desinfektionskosten betroffener Pflanzen und Waren sowie etwaige Desinfektionskosten für Einrichtungen und Gebäude. Enthalten sind weiterhin Unterbrechungsschäden wegen ausbleibender oder verspätet angelieferter Ware durch Handelspartner innerhalb der EU, des EWR oder der Schweiz, die aufgrund dort verhängter Verkehrsbeschränkung oder Quarantäneverfügung entstanden sind.

Kosten Für Versicherung

Wie hoch sind die Kosten für den Versicherungsschutz gegen die Auswirkungen beim Auftreten bestimmter Quarantäneschadorganismen (Xylella, ALB und CLB)? Wie dazu die Gartenbau-Versicherung (Wiesbaden) gegenüber der größten Wochenzeitung für den Gartenbau, TASPO, erläuterte, bewegt sich der Jahresbeitrag für diesen Versicherungsschutz je 100.000 Euro Versicherungssumme in einem Rahmen zwischen 70 und 150 Euro, wobei gegebenenfalls vorhandene Rabatte für Schadenfreiheit sowie Mehrjährigkeit noch zu berücksichtigen sind. Die gesetzliche Versicherungssteuer (19 Prozent) ist hinzuzurechnen.

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