Gartenbau: tropische Kräuter und Eiweißpflanzen unter Glas

Tropische Kräuter im Unterglasanbau, Kulturen von Ingwer oder Kurkuma sowie die Produktion von alternativen Einweißquellen: so könnten die künftigen Gartenbau-Produkte aus dem niederländischen Gelderland aussehen. Investitionen von rund fünf Millionen Euro sind dort geplant, um das Projekt „NEXTgarden“ Wirklichkeit werden zu lassen. (Gabriele Friedrich)

Nicht nur Gartenbau steht im Fokus von „NEXTgarden“

Curcuma alismatifolia flowers
Kurkuma: Das nächste große Produkt im regionalen Gartenbau? Foto: Fotolia / kuarrmungadd

Viele Parteien arbeiten gemeinsam an einem innovativen, nachhaltigen und attraktiven Gartenbau-Gebiet „NEXTgarden“, informiert der Vermarkter Plantion aus dem niederländischen Ede. Um die künftige Zusammenarbeit zu bekräftigen, haben die Gemeinde Lingewaard und die Provinz Gelderland jetzt einen Kooperationsvertrag beschlossen. Er enthält Vereinbarungen über die Investition von mehr als fünf Millionen Euro in das Gebiet.

Weiterhin wurde festgelegt, dass in der Region bis 2020 gemeinsam – nicht nur im Gartenbau – innovative Projekte angestoßen werden: verbesserte Chancen für die Zukunft der Marktposition, in der Innovation und Nachhaltigkeit für den Gartenbau, eine lebenswerte Region für die Bewohner, eine wirtschaftliche Stärkung des Gebietes sowie verbesserte Verkehrsanschlüsse in und zu der Region.

Alternative pflanzliche Proteinquellen im regionalen Gartenbau

Theo Peren, Ratsmitglied der Gemeinde Lingewaard: „Beispiele für Projekte, an denen wir arbeiten, sind Versuche mit dem Anbau von tropischen Kräutern und Pflanzen in Gewächshäusern, wie Kurkuma oder Ingwer. Gelderländer Gartenbau-Unternehmen importieren und verarbeiten viele dieser Produkte. Eine Produktion vor Ort kann da nachhaltiger sein. Wir unterstützen auch den Anbau von Wasserlinsen, einer alternativen pflanzlichen Proteinquelle. Diese neuen Kulturen bieten Möglichkeiten für neue Gartenbau-Unternehmen in der Region.“

Unter dem Banner von Greenport Gelderland wird in dem Gewächshauskulturen-Abkommen Arnhem-Nijmegen auch mit der Gemeinde Overbetuwe, Greenport Arnhem-Nijmegen, der Stiftung Stol, LTO Noord Glaskracht, Rabobank Oost Betuwe und dem Vermarkter Plantion zusammengearbeitet, die alle eng mit dem Gartenbau verbunden sind.

Unterglas-Gartenbau im Gelderland soll klimaneutral werden

Die Beteiligten haben jetzt eine Vereinbarung unterzeichnet. So vereinen Gartenbau-Unternehmer und Behörden ihre Kräfte, um den Unterglasanbau in der Region zu stärken. An einer Reihe von Projekten nehmen auch Wissenschaft und Bildungseinrichtungen teil.

Jan-Jacob van Dijk von der Provinz Gelderland betont, dass eines der Ziele im Projekt „NEXTgarden“ ist, das erste klimaneutrale Gartenbau-Gebiet der Niederlande zu werden. Energieeinsparung, Einsatz von erneuerbaren Energien und das Einbinden in den Bereich der bestehenden Fernwärmenetze in der Region sind die wichtigen Schritte.

Vielfältiger Gartenbau-Sektor im Gelderland

Gelderland ist eine Provinz in der östlichen Mitte der Niederlande mit der Hauptstadt Arnhem (deutsch Arnheim). Weitere große Städte sind Nijmegen und Apeldoorn, kleinere Städte Ede, Zutphen oder auch Lingewaard. Der Name der Provinz ist abgeleitet von dem historischen Herzogtum Geldern.
Gut zwei Millionen Einwohner leben in Gelderland, allerdings liegen auf deutscher Seite direkt angrenzend Niedersachsen, der Niederrhein und ebenfalls nicht weit, das Ruhrgebiet. Den Norden prägt die Veluwe mit dem größten Waldgebiet der Niederlande das Gelderland. Der Südosten und der Süden sind vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Hier zeigt sich der Gartenbau besonders vielfältig vertreten. Obst- und Gemüseanbau, Baumschulen und Unterglasbetriebe, darunter Spezialisten für Hydrokultur sind dort angesiedelt.

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