Gewächshaus-Technik für optimales Klima

Luftentfeuchtung, Klimasteuerung, Wärmeverteilung, Schattierung – für alle diese Aufgaben benötigt der Gärtner den aktuellsten Stand der Gewächshaus-Technik. Werner Oschek stellt einige Innovationen vor.

Gewächshaus-Technik: Die Luft mit DryGair entfeuchten

Gewaechshaus Ventilator
Herkömmliche Ventilatoren schaffen es in den Sommermonaten kaum, das Klima im Gewächshaus optimal an die Produktion anzupassen.

Hohe Luftfeuchte im Gewächshaus ist ein weltweites Problem. Hier bietet beispielsweise Royal Brinkman aus dem niederländischen ’s-Gravenzande mit dem DryGair effiziente Gewächshaus-Technik für das Feuchtigkeitsmanagement an. Es gibt verschiedene Modelle, die in den Gängen, den Reihen oder an der Seite des Gewächshauses aufgestellt werden. Alle Modelle können an die Steuerung der Klimatechnik angeschlossen oder autark betrieben werden. Die Geräte entziehen der Luft Wasser, das wiederverwendet werden kann.

Die Standardeinheit kann abhängig von den Pflanzen eine Gewächshaus-Fläche von 1400 bis 4000 Quadratmeter abdecken und kondensiert bei 18 °C und 80 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit mit nur 10 kW durchschnittlich 45 Liter Wasser pro Stunde. Die „small“-Einheit deckt eine Gewächshaus-Fläche von 500 bis 2000 Quadratmeter ab und kondensiert durchschnittlich 25 Liter Wasser pro Stunde. Eine weitere Einheit eignet sich für Gewächshauskulturen ohne Gänge. Zudem ist eine Einheit für warmes Klima im Programm sowie eine, die sowohl die Luftfeuchtigkeit als auch die Temperatur kontrolliert.

Automatisierungstechnik im Gewächshaus

ELAU zählt mit dem System „KlimaExpert“ nach eigenen Angaben zu den führenden Anbietern von Gewächshaus-Automatisierung auf dem deutschen Markt. Seit 2013 bietet ELAU seinen Kunden eine Webbedienung an, die einen sicheren und unkomplizierten Zugriff auf die Anlage im Gewächshaus erlaubt. Benötigt wird hierzu lediglich ein webfähiges Endgerät wie Smartphone, Tablet oder Computer.

Dies erlaubt es dem Kunden, sich jederzeit und von überall einen Überblick über die Anlage des Gewächshauses zu verschaffen. Die aktuelle Version wartet mit neuem Design auf, das eine intuitive Bedienung und eine detaillierte Übersicht der Abteilungen ermöglicht, erweiterte Funktionen hat und einfacher zu bedienen ist. Im neuen KlimaExpert-Bussystem kommt die jüngste Generation des Raspberry Pi zum Einsatz.

Niederschläge und Sonneneinstrahlung im Gewächshaus messen

Vier neue Sensoren ergänzen das Sortiment von RAM Mess- und Regeltechnik (Herrsching), darunter ein Sensor zur Bestimmung der Niederschlagsintensität im Gewächshaus. Eine eingebaute Heizung erlaubt den Einsatz auch bei Schneefall. Er eignet sich zur Steuerung verschiedener Parameter, insbesondere der Begrenzung der Lüftungsstellung.

Der neue Globalstrahlungssensor erfasst die Sonnenstrahlung von 380 bis 2800 nm zu 100 Prozent. Die maximale spektrale Erfassung liegt bei 300 bis 5000 nm, bei einem Messbereich von bis zu 1300 Watt pro Quadratmeter. Die Berechnung der Strahlungssumme erfolgt in Joule pro Quadratzentimeter. Der neue PAR-Sensor erfasst einen Spektralbereich von 380 bis 700 nm im Gewächshaus oder im Freiland. Die Globalstrahlungs- und PAR-Sensoren eignen sich zur Kultursteuerung im Gewächshaus und im Freiland, beispielsweise zur Steuerung der Schirme, der Bewässerung und Düngung und weiterer Klimaparameter.

Hohe Energiekosten im Gewächshaus vermeiden

Warme Luft im Gewächshaus steigt den physikalischen Gesetzen folgend in den Dachbereich oder unter den Energieschirm und bildet hier ein Wärmepolster. In der Heizperiode sind Transmissionswärmeverluste und hohe Energiekosten die Folge. Eine Lösung sind Ventilatoren, die die warme Luft aus dem Dachbereich wieder in den Pflanzenbestand blasen.

Im Sommer hingegen herrschen im Gewächshaus oft trotz Schattierung zu hohe Temperaturen und es fehlt an ausreichender Frischluftzufuhr und Durchlüftung des Gewächshauses. Herkömmliche Gewächshaus-Ventilatoren helfen hier aufgrund mangelnder Leistung kaum weiter.

Dieses Grundproblem hat Doll Wärmetechnik (Mössingen) dazu bewogen, die DV-Turbulatoren zu entwickeln, die die Luft sowohl von oben nach unten als auch von unten nach oben befördern. Durch den Einsatz dieser Technologie können pro Gewächshaus rund 30 Prozent der Heizkosten eingespart werden.

Die Turbulatoren lassen sich laut Doll regeltechnisch in die Gesamtregelung der Gewächshaus-Anlage über einen Gewächshaus-Computer einbinden. RAM Mess- und Regeltechnik hat in enger Zusammenarbeit mit Doll ein optimiertes Softwarepaket zur Regelung der DV 8000 Reverse-Ventilatoren entwickelt. Die Software steuert beispielsweise die Heizungsunterstützung durch Wärmerückführung aus dem Dachbereich oder auch die gleichmäßige Feuchteverteilung bei aktiver Befeuchtung.

Die richtige Schattieranlage für das Gewächshaus

Luiten Greenhouses aus dem niederländischen De Lier liefert und montiert Schattieranlagen, die im Gewächshaus zum Einsatz kommen. Das Unternehmen empfiehlt Schattierungen und Energieschirme von Ridder Climate Screens aus dem niederländischen Maasdijk, die dem Gartenbau-Produzenten helfen, das Klima im Gewächshaus bestmöglich anzupassen.

Ein Schirm ist der Ridder Light Diffusion Screen mit einem Schattierwert je nach Ausführung von 41, 50 oder 60 Prozent bei Sonnenschein beziehungsweise 46, 54 oder 65 Prozent bei Bewölkung. Die Energieeinsparung pro Gewächshaus wird mit 48 Prozent angegeben. Der Ridder Black Out Screen ist ein Verdunkelungsschirm mit einer Schattierung von 99,9 Prozent und einer Energieeinsparung von 70 Prozent.

Zur Verbesserung der Wärmeverteilung im Gewächshaus bietet Luiten Greenhouses eine Folie an, die alle 40 Meter im Dach installiert wird. Hierdurch entsteht eine Wärmewalze vom First bis zur Schattierung, so das Unternehmen.

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