GGN-Verbraucherlabel schafft Transparenz

Das GGN-Verbraucherlabel für Zierpflanzen startet durch. Um die Hintergründe besser zu erklären, luden die Zertifizierungsorganisation Global GAP und der Vermarkter Landgard Ende September nach Düsseldorf ein. Von Heinrich Dreßler.

GGN-Verbraucherlabel: Wer produziert wie?

GGN Verbraucher Label Global GAP
Pink ist die Hauptfarbe des neuen GGN-Verbraucherlabels. Foto: Global GAP Floortje

Global GAP-Geschäftsführer Dr. Kristian Möller gab Einblick in das Thema. Mit dem GGN-Verbraucherlabel können Erzeuger von Schnittblumen, Beet- und Topfpflanzen, Stauden, Gehölzen und Weihnachtsbäumen künftig den Endkunden zeigen, wie sie produzieren und wer hinter der angebotenen Blume oder Pflanze steht. Der Handel habe Bedarf für ein Verbraucherlabel angemeldet, mit dem sich die Nachhaltigkeit der Produktion herausstellen lässt, sagte Möller. Es gibt bereits eine ähnliche Zertifizierung wie das GGN-Verbraucherlabel, allerdings für Fisch aus Aquakultur.

Gültiges Global GAP-Zertifikat

Wer seine Pflanzen mit dem GGN-Verbraucherlabel kennzeichnen will, muss ein gültiges Global GAP-Zertifikat besitzen inklusive des Grasp-Moduls, das soziale Aspekte und Arbeitsbedingungen berücksichtigt. Möller betonte, dass die Kombination mit Global GAP Parallel­systeme und unnötige Mehrkosten vermeide. Ein Lizenzvertrag ist abzuschließen, für die Webseite www.ggn.org ist ein Betriebsprofil zu erstellen. Wegen der Rückverfolg­barkeit müssen alle Partner in der Lieferkette nach dem „Chain of Custody“-Standard zertifiziert sein.

80 Prozent der Betriebe sollten in der Lage sein, die Zertifizierung zu schaffen, so Möllers Zielmarke. Damit wäre das GGN-Verbraucherlabel nicht nur im Systemhandel präsent, es würde auch in den Fachhandel hineingetragen. Für die Verwendung des ­Labels gibt es einen „Styleguide“. Es kann nach den Richtlinien in Verpackungen integriert werden.

Pink als Hauptfarbe für GGN-Verbraucherlabel

Das neue GGN-Verbraucherlabel wurde zusammen mit der Agentur Palmer Hargreaves (Köln) entwickelt. Wie Strategie­direktor Lars Gielessen erläuterte, ist Pink die Hauptfarbe. Neben dem Logo sind Sprechblasen ein Element, nach dem alten Motto „Lasst Blumen sprechen“. GGN (Global GAP Nummer) stehe für eine zertifiziert nachhaltige, wirtschaftlich tragfähige Produktion. Mit der Nummer auf dem Label lässt sich über die Webseite der Produzent aufrufen – auch mobil, zum Beispiel ­direkt im Handel. Die Webseite enthält neben dem Suchfeld für die GGN-Nummer allgemeine Informationen zum Thema Nachhaltigkeit, Profile der angeschlossenen Betriebe sowie Geschichten rund um die Pflanze. Zur Kampagne gehören auch eine Informationsbroschüre für Produzenten und Handel sowie Print-Anzeigen.

Möller ergänzte, dass das GGN-Verbraucherlabel in die Landgard-Kampagne „1000 gute Gründe“ oder in Aktionen des Handels integriert werden könnte. Social-Media-Aktivitäten seien ebenfalls möglich. Das GGN-Verbraucherlabel startet in Deutschland, kann aber ausgeweitet werden. Für die Betriebe, die oft schon seit vielen Jahren Global GAP-zertifiziert sind, sei die Zertifizierung nicht unüberwindbar. Kleinere Betriebe sehen sich allerdings mit einem bürokratischen Mehraufwand konfrontiert.

Transparenz gefragt

Vertreter großer Handelsketten äußerten sich bei der Veranstaltung positiv zum GGN-Verbraucherlabel. Bei Obst und Gemüse habe sich die Global GAP-Zertifizierung schon lange bewährt. Sie sorge für eine geschlossene Prozesskette, für Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Kontrolle. Auch der Verbraucher wünsche sich Transparenz, die ihm das neue Label biete. Dessen Einführung brauche Zeit und Marketing-Unterstützung. Vorteil des GGN-Labels sei, dass es auf einem bewährten System basiere und einen „Label-Dschungel“ zu vermeiden helfe.

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