Video: Mitarbeiter bis zur Rente fit halten

27.02.2018

Demographischer Wandel und Fachkräftemangel zwingen Unternehmen dazu, sich von der Vorstellung der „unendlichen Ressource Mensch“ zu verabschieden. Die dauerhafte Gesundheit der Mitarbeiter bis ins Rentenalter steht an oberster Stelle. Worauf Führungskräfte und Beschäftigte achten sollten, erklärt Sportmediziner und Gesundheitsexperte Professor Doktor Ingo Froböse. Von Christian Mannsbart

Prof. Froböse: „Gesundheit und Fitness muss man machen“

Fit bis in die Rente
Geistige und körperliche Fitness bis zur Rente sind längst keine fest kalkulierbaren Größen mehr.

„Gesundheit und Fitness kann man nicht kaufen, die muss man machen“, so der Experte. Für körperliche und geistige Leistungsfähigkeit bis ins Rentenalter gebe es längst keine Garantien mehr. Aber nicht nur den Arbeitgeber, sondern auch den Arbeitnehmer sieht Froböse stark in der Pflicht, ein gesundes Leben zu führen. „Ein solches Leben darf nicht nur stattfinden, wenn wir uns gerade in der Rückenschule vom Betrieb befinden oder in einer anderen Maßnahme, an der der Chef teilnimmt – denn dann habe ich die Pflicht zur Selbstverantwortung nicht verstanden“, sagt der Sportmediziner.

Leichte sportliche Betätigung nach einem anstrengenden Arbeitstag

Besonderen Wert legt Froböse auf die Regeneration. „Wer nach der Arbeit nur den Fernseher einschaltet, der erholt sich nicht“, sagt er. Manchmal hilft schon eine einfache Umstellung der eigenen Gewohnheiten, zum Beispiel nach einem anstrengenden Tage eine Runde um den Block zu joggen. „Das ist keine Belastung, das ist ein Ventil, weil es dabei hilft bestimmte Dinge einfach weg zu atmen“, erklärt der Wissenschaftler. Allerdings dürfe der Sport nicht zu einem zusätzlichen Stress ausarten.

Regeneration durch Schlaf: Einen kühlen Kopf behalten

Eine der wichtigsten Regenerationsphasen für Menschen, die in körperlich anstrengenden Berufen wie dem Garten- und Landschaftsbau tätig sind, stellt der Schlaf dar. Froböse weiß einen einfachen Tipp für die Zeiten, wenn nach einem langen Arbeitstag der Kopf noch raucht. „Legen Sie ein Kopfkissen für 30 Minuten in den Kühlschrank“, sagt er. Mechanische Kühlung führe zu einem besseren Schlaf in diesen Situationen.

„Ich habe mit vielen Führungskräften zu tun, die von sich sagen, nur vier oder fünf Stunden Schlaf zu brauchen – das glaube ich nicht“, ist sich Froböse sicher. Hier liegt aus seiner Sicht lediglich eine Konditionierung des Körpers auf diesen Schlafrhythmus vor. Diese führe aber im schlimmsten Fall in ein Burnout-Syndrom. Acht Stunden Nachtruhe also Regenerationszeit seien Pflicht.

Fit bis zur Rente: Die „gute“ Flasche zum Feierabend?!

Viele Arbeitnehmer gönnen sich nach einem besonders stressigen Tag zum Feierabend „eine gute Flasche“. Genau der falsche Weg, wie der Sportwissenschaftler erklärt. Alkohol sollte nur dann getrunken werden, wenn der Tag nicht arbeitsreich war und die körperliche Belastung niedrig. „Der Körper baut immer zuerst den Alkohol ab, pro Stunde 0,1 Promill“ weiß der Experte. Erst dann macht sich der Organismus an die Wiederauffüllung der sinnbildlichen Akkus.

Weitere Auszüge aus dem Vortrag „Fitness und Regeneration – Geschenk oder harte Arbeit“, von Prof. Dr. Ingo Froböse sehen Sie im Video.

Der Experte referierte auf dem Kongress „GaLaBau Ausblicke – Erfolgsfaktor Gesundheit“, der im Rahmen der IPM Essen 2018 stattfand und vom Verband Garten-, Landschafts-, und Sportplatzbau NRW veranstaltet wurde.

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