Neues Sicherungssystem für CC-Karren

14.09.2018

Demnächst wird es in den Niederlanden ein Sicherungssystem mit Kunststoffhülsen geben, dessen Anwendung allen Lieferanten, die dänische Karen stapeln, empfohlen wird. Also auch Anbietern aus dem Ausland, beispielsweise Deutschland, die in die Niederlande liefern. Fachjournalistin Katrin Klawitter fragte bei den Mitgliedern der entsprechenden niederländischen Task-Force nach.

Auch im Einzelhandel ist das Stapeln von Karren Gang und Gäbe. Foto: Katrin Klawitter

Doppelstapeln von CC-Containern: Arbeitsschutztrichtlinien werden geändert

Laut Nicole Bauritius, Container Centralen (NL-Hoofddorp), die der Task-Force Dänische Karren angeschlossen sind, hat die Task-Force Lösungen für das Doppelstapeln der 110-Zentimeter- und der 180-Zentimeter-Pfosten entwickelt. Diese habe auch das zuständige niederländische Ministerium als dem niederländischen Arbeitschutzgesetz entsprechend akzeptiert. Die bei Prüfungen angewandten Arbeitsschutzrichtlinien werden entsprechen geändert, heißt es.

Die Container Centralen hätten ihr Know-how für die Entwicklung zur Verfügung gestellt hat, seien aber nicht in die Produktion und die Markteinführung involviert. „Natürlich behalten wir den Markt im Auge“, so Bauritius.

Stapeln erfolgt meist beim Transport zum Einzelhandel

Das Stapeln von CC-Containern mit 110-Zentimeter-Pfosten erfolge in der Regel beim Transport zum Einzelhandel. Der 110-Zentimeter-Pfosten sei allerdings kein Standard-CC-Artikel, werde von anderen Anbietern angeboten. „Derzeit arbeiten mehrere Unternehmen an Containerverbindern zum Stapeln von CC-Karren.“ Wer mit der Bitte um Testung seines Systems an die Container Centralen herantrete, werde auch bewertet.

Das Stapeln von Containern mit 180-Zentimeter-Pfosten erfolge meist eher auf dem Betriebsgelände von Produzenten, um Platz zu sparen, beispielsweise in Kühlanlagen. Diese Verwendung erfordere einen stabileren Verbinder als die 110-Zentimeter-Pfosten. Die Container Centralen bemühten sich derzeit darum, Hersteller und Händler miteinander in Kontakt zu bringen, um die Sicherungslösung so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen.

„Wir bieten unseren Einzelhändlern mit den CC-Eurocontainer im halben Palettengrundmaß aber auch eine eigene Möglichkeit an“, so die Kommunikationsexpertin. Dieser Poolartikel könne ohne zusätzliche Anschlüsse sicher verwendet werden, da er für die Verwendung im Stapelbetrieb zertifiziert sei.

„Arbeitsschutz könnte auch in Deutschland angepasst werden“

Für deutsche Erzeuger sei das Thema nicht so dringlich, da das niederländische Arbeitsschutzgesetz in Deutschland nicht gilt. Die Branche solle sich jedoch bewusst sein, dass das deutsche Arbeitsschutzgesetz möglicherweise den niederländischen Empfehlungen entsprechend angepasst werden kann, weshalb das Thema in Zukunft rechtlich relevant werden könnte. „Das bedeutet, dass deutsche Erzeuger, die ihre Waren auf Containern mit 110-Zentimeter-Pfosten in die Niederlande liefern und sicherstellen möchten, dass ihre Lieferungen dem niederländischen Arbeitsschutzgesetz entsprechen, entweder warten müssen, bis die neuen Verbinder auf den Markt kommen, oder CC-Eurocontainer verwenden“, so Bauritius.

Es sei zu bedenken, dass auch viele nicht originale CC-Container und Produkte in Umlauf seien. Der die Diskussion damals auslösende Unfall beispielsweise habe sich mit nicht originalem CC-Material ereignet. „Damit liegt es in der Verantwortung jedes Unternehmens, Risiken zu bewerten und ein sicheres Arbeitsumfeld bei der Arbeit mit Ladungsträgern zu gewährleisten.“

Schnittstellen für Pfosten dänischer Karren

Nach Aussagen von J. K. de Bie, Inspektor beim SZW (Ministerie van Sociale Zaken en Werkgelegenheid, NL-Den Haag), besteht das neue System aus vier Kunststoff-Schnittstellen, die auf allen vier Pfosten einer dänischen Karre aufgesetzt werden. Diese Schnittstellen schaffen eine stabile Verbindung zwischen jedem Pfosten des unteren Wagens und den vier unteren Ecken des oberen Wagens. Dazu gebe es auch ein Benutzerhandbuch. Herstellung und Vertrieb der Kunststoffhülsen laufen über Bunnik Creations aus dem niederländischen Bleiswijk.

Aus der Praxis kommen auch aus Deutschland erste Stimmen, die bestätigen, dieses System künftig einzusetzen. So sagt Daniel Roozen, Roozen GmbH  &  Co. KG (Hürth): „Wir werden das System aus Sicherheitsgründen für alle Länder und Lieferungen einsetzen.“ Er erfüllt damit eine Vorreiterfunktion.

Ministerium: Verwendung dringend empfohlen

De Bie warnt: Das Stapeln von dänischen Karren sei in den Niederlanden verboten. Lieferanten und Nutzer hätten die Wahl, die dänischen Karren gar nicht zu stapeln oder technische Maßnahmen zu ergreifen, um einen stabiles Stapeln von maximal zwei Karren zu ermöglichen, um diese sicher handhaben zu können. „Die Verwendung der Kunststoff-Schnittstellen wird dringend empfohlen, sie minimiert Unfälle.“ Lieferanten und Benutzer seien frei, das System zu übernehmen, können auch ein anderes System wählen. „Das ist aber nicht ratsam aufgrund der Einheitlichkeit und Kosteneffizienz.“

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