Pelargonien: Bio-Düngung funktioniert

Der biologische Anbau ist weiter auf Erfolgskurs und auch bei Zierpflanzen kann sich die Bio-Düngung bewähren. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erzielte in ihren Versuchen bei Pelargonien teils gute Verkaufsqualitäten. Von Hans Peter Haas

Biologischer Anbau von Pelargonien ökonomisch machbar?

Bio Düngung Pelargonien
Hochschul-Versuch mit Bio-Düngung: Trotz unterschiedlicher Wachstumsergebnisse präsentierte sich der Großteil der Pelargonien-Pflanzen in guter Qualität.

Während die Bio-Produktion von Obst und Gemüse längst etabliert ist, stehen Zierpflanzenerzeuger dieser Entwicklung eher skeptisch gegenüber und bezweifeln vor allem die ökonomische Machbarkeit. Tatsächlich bedeutet die Umstellung der Produktion einen massiven Einschnitt in die gewohnten Arbeitsabläufe. Es fehlen meist die Erfahrung und das Wissen, ob die erforderlichen Qualitätsansprüche erfüllbar sind. Bei vielen Kulturen mangelt es an verlässlichen Kulturanleitungen. Um an dieser Stelle Abhilfe zu schaffen, hat sich die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf seit längerer Zeit dieses Themas angenommen.

Hochschule kultiviert Geranien-Sorten nach biologischen Richtlinien

Unter anderem wurden Pelargonium peltatum der Sorten ‘Grandeur Bright Dark Red’ und ‘Calliope Dark Red’ nach biologischen Richtlinien kultiviert. Als Kultursubstrat kamen die torfreduzierten Biosubstrate der Hersteller Jiffy International AS und Gramoflor GmbH  &  Co. KG zum Einsatz. Getopft wurden die Pelargonien in Kalenderwoche (KW) acht in einen 13-cm-Teku-VTG-Kulturtopf, der laut Hersteller ein Fassungsvermögen von 0,84 Liter Substrat aufweist. Die Düngung erfolgte als Vollbevorratung mit einem Stickstoffgehalt auf Basis von 650 Milligramm Stickstoff (N) pro Liter Substrat. Verwendung fanden die biologischen Dünger Phytogrieß, Neemcake, DCM Eco-Xtra1, DCM Eco-Plant 7 sowie Schafwollpellets in Kombination mit Eco Fos. Als Kontrolle diente Osmocote Exakt 3-4 M. Die Dünger für die Pelargonien wurden vor Versuchsbeginn den Substraten zugemischt.

Gute Verkaufsqualität für Pelargonien – mit Ausnahme Schafwolldüngung

Die Fotos oben zeigen die verkaufsfertigen Pflanzen nach elf Wochen Kulturzeit. Trotz unterschiedlicher Wachstumsergebnisse präsentierte sich der Großteil der Pelargonien-Pflanzen in guter Qualität. Eine Ausnahme stellten die Gewächse dar, die mit Schafwollpellets plus Eco Fos versorgt wurden. Hier waren die Pflanzen durchweg kleiner und wiesen weniger Blüten auf. Zudem zeigten die Pelargonien der Sorte ‘Calliope Dark Red’ deutliche Blattaufhellungen und wurden deshalb als nicht verkaufsfähig eingestuft. Bei der Auswertung des Pflanzenwachstums in den verwendeten Bio-Substraten ergaben sich bei einigen Wachstumsparametern signifikante Unterschiede, die sich allerdings auf die Beurteilung der Verkaufsqualität der Pelargonien nicht weiter auswirkten.

Fazit des Pelargonien-Versuchs: Vollbevorratung möglich

Der Pelargonien-Anbau in Anlehnung an biologische Richtlinien war erfolgreich. Der Großteil der Pflanzen präsentierte sich zum Verkaufszeitpunkt in sehr guter Vermarktungsqualität.

Eine Vollbevorratung der Nährstoffe erwies sich bei Pelargonien als mögliche Alternative zu Grunddüngung plus flüssiger Nachdüngung. Allerdings sind genaue Kenntnisse des Nährstoffbedarfs der Kultur erforderlich, teilweise muss sogar sortenspezifisch vorgegangen werden.

Bei der Vollbevorratung mit organischen Düngern ist das Abschätzen der zeitlichen und mengenmäßigen Verfügbarkeit von Stickstoff die größte Schwierigkeit, zumal neben dem Dünger auch die Zusammensetzung des Substrats Einfluss nimmt. Der Befall mit Trauermücken kann durch Verwendung fester organischer Dünger sprunghaft ansteigen. Der organische Dünger „Neemcake“ hatte keine positive Nebenwirkung auf die Regulierung der Trauermücken. Gießbehandlungen mit NeemAzal können dagegen empfohlen werden.

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