Programm Energieeffizienz startet in die zweite Runde

13.03.2019

Das Bundesprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau ist 2019 in eine neue Förderperiode gestartet. Ausgelegt auf zweieinhalb Jahre, stehen insgesamt 75 Millionen Euro zur Förderung von Investitionen für mehr Energieeffizienz zur Verfügung. Von Fachredakteurin Katrin Klawitter

Foto: Katrin Klawitter

Förderung für kleine und mittlere Agrar- und Gartenbau-Betriebe

Neben der einzelbetrieblichen Beratung fördert das Bundesprogramm Investitionen und Wissenstransfer für mehr Energieeffizienz in kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben und Gärtnereien.

Die erste Förderperiode startete am 1. Januar 2016 und lief bis zum 31. Dezember 2018. Dafür standen insgesamt 73 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) beabsichtigt nun, das Bundesprogramm 2019 bis 2021 mit insgesamt 75 Millionen Euro fortzusetzen.

Förderanträge bis zum 1. März 2021

Die neue Förderrichtlinie trat bereits zum 1. Januar 2019 in Kraft. Das Förderprogramm ist auf zweieinhalb Jahre ausgelegt und endet am 30. Juni 2021. Förderanträge können bis zum 1. März 2021 gestellt werden.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beauftragt. Antragsberechtigt sind Betriebe und Unternehmen, die in der landwirtschaftlichen Primärproduktion tätig sind.

Förderfähig im Rahmen des Bundesprogramms sind Investitionen in Wirtschaftsgüter, die ausschließlich der Produktion landwirtschaftlicher Primärerzeugnisse dienen. Die Investitionen müssen die Voraussetzung schaffen, die Energieeffizienz signifikant zu erhöhen. Für die einzelnen Maßnahmen sind Effizienzkriterien festgelegt worden beziehungsweise es ist eine Mindestenergieeinsparung festgeschrieben.

Modernisierung zur Verbesserung der Energieeffizienz

Im Rahmen der systemischen Optimierung werden auf der Grundlage eines betriebsindividuellen Energieeinsparkonzeptes die zuvor genannten Einzelmaßnahmen und weitere energieeffiziente Komponenten gefördert. Die Modernisierungsinvestition technischer Systeme umfasst Anlagen- oder Anlagenteile, die zu einer Verbesserung der Energieeffizienz beitragen.

Auch können Dämmmaßnahmen oder die Nutzung von Abwärme (wie BHKW) gefördert werden. Die Maßnahme ist nur förderfähig, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 25 Prozent gegenüber dem Ist-Zustand der vorhandenen Anlage nachgewiesen wird. Dies muss in dem Energieeinsparkonzept geprüft und bewertet werden.

Der Zuschuss für Maßnahmen zur Modernisierung beträgt 20 Prozent der Investitionssumme, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 25 Prozent gegenüber dem Ist-Zustand des in die Optimierung einbezogen Teil- oder Gesamtsystems erreicht wird. 30 Prozent der Investitionssumme beträgt der Zuschuss, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 35 Prozent gegenüber dem Ist-Zustand erreicht wird. Das Mindestinvestitionsvolumen muss 7.000 Euro überschreiten.

Neubau von Niedrigenergiegebäuden für die pflanzliche Erzeugung 

Bei Neubauinvestitionen in Niedrigenergiegebäude wie Gewächshäuser, die ausschließlich der Produktion pflanzlicher Primärerzeugnisse beim Erzeuger dienen, ist die erreichbare Energieeinsparung im Vergleich zum heutigen Standard (Referenzwert) durch ein Gutachten zu ermitteln.

Die Maßnahme ist nur förderfähig, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 40 Prozent gegenüber der Referenz nachgewiesen wird. Die Kalkulationsgrundlagen, die die Referenz für Gewächshäuser beschreiben, sind auf der Homepage der BLE abrufbar.

Der Zuschuss für den Neubau von Niedrigenergiegebäuden beträgt:

  • 20 Prozent der Investitionssumme, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 40 Prozent
  • 30 Prozent der Investitionssumme, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 50 Prozent
  • 40 Prozent der Investitionssumme, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 60 Prozent

gegenüber dem Referenzwert erreicht wird.

Gefördert wird nur die unmittelbar der Erzeugung pflanzlicher Produkte zurechenbare Gebäudefläche.

Neubau von energieeffizienten Anlagen für die Lagerung/Erstaufbereitung von pflanzlichen Erzeugnissen 

Hierunter ist der Neu- und Einbau von technischen Anlagen für Lager- und Kühlhallen sowie Trocknungsanlagen zu verstehen. Förderfähig sind nur diejenigen technischen Anlagen beziehungsweise Anlagenteile, die zur Energieeinsparung beitragen. Baukosten sind nur für den Teil der Dämmmaßnahmen zuwendungsfähig.

Auch hier muss die erreichbare Energieeinsparung im Vergleich zum heutigen Standard (Referenzwert) durch ein Energieeinsparkonzept ermittelt und nachgewiesen werden. Die Maßnahme ist nur förderfähig, wenn eine Energieeinsparung von mindestens 40 Prozent gegenüber der Referenz erzielt wird. Die Zuschüsse für energieeffiziente Anlagen staffeln sich entsprechend den Niedrigenergiegebäuden (siehe oben).

Auch Energieberatung kann gefördert werden

Die Energieberatung, die Erstellung des Energieeinsparkonzeptes und die Begleitung bei der Umsetzung der Maßnahme kann ebenfalls gefördert werden. Die Förderung ist nur möglich, wenn die Beratung und Begleitung der Maßnahme von einem zugelassenen Sachverständigen erfolgt, der einen entsprechenden Antrag bei der BLE gestellt hat und bewilligt wurde.

Die Höhe der Förderung beträgt:

  • 80 Prozent der förderfähigen Netto-Beratungskosten
  • maximal 6.000 Euro bei betrieblichen Energiekosten von mehr als 7.500 Euro pro Jahr
  • maximal 3.500 Euro bei betrieblichen Energiekosten unter 7.500 Euro pro Jahr

Nicht gefördert werden Beratungen, die sich auf Gebäude beziehen, die nicht dem landwirtschaftlichen Betrieb (wie Wohngebäude) oder der Aufbereitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse dienen.

Förderung auf maximal 500.000 Euro begrenzt

Für alle genannten Fördermaßnahmen mit Ausnahme der Energieberatung muss das zuwendungsfähige Investitionsvolumen mindestens 3.000 Euro betragen. Die Höchstgrenze der Förderung beträgt für einen Zuwendungsempfänger maximal 500.000 Euro. Die Maßnahmen müssen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland realisiert werden.

Investitionen dürfen gleichzeitig auch aus anderen Förderprogrammen, außer dem Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK), gefördert werden. Die maximale Förderhöhe darf 40 Prozent des zuwendungsfähigen Investitionsvolumens nicht überschreiten.

Die geförderte Maßnahme muss innerhalb von neun Monaten nach Bekanntgabe des Zuwendungsbescheides oder der Eingangsbestätigung der BLE betriebsbereit installiert sein.

Anträge sind ausschließlich schriftlich an das BLE zu stellen. Vordrucke für Förderanträge, Merkblätter und Hinweise sind unter www.ble.de/energieeffizienz/ zu finden.

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