Risikoausgleichsrücklage im Gartenbau

06.03.2019

Die Dürre im Sommer 2018 hat es noch einmal deutlich gemacht: Finanzielle Schäden, die durch Extremwetterereignisse verursacht werden, treten in den vergangenen Jahren verstärkt auf und können Gartenbau-Betriebe in ihrer Existenz gefährden. Der Zentralverband Gartenbau hat deshalb die Risikoausgleichsrücklage als Instrument im Risikomanagement prüfen lassen. Von Fachredakteur Lorenz Wieland

Risikoausgleichsrücklage als eigenverantwortliche Reserve

Wie der Zentralverband Gartenbau (ZVG) erläutert, wird durch die Politik regelmäßig Hilfe für Betriebe bei Extremwetterereignissen wie Dürre oder Spätfrösten geleistet. Jedoch fielen die Unterschiede, je nach Ausgangslage und auch zwischen den Bundesländern, für die betroffenen Unternehmen groß aus.

Durch die Bildung einer Risikoausgleichsrücklage auf der Basis einer bundeseinheitlichen Rechtsgrundlage könnten die Betriebe eigenverantwortlich eine finanzielle Reserve für Notfälle bilden. „Mit einer Risikoausgleichsrücklage hätten wir ein Instrument, das die Hilfe zur Selbsthilfe stärkt, ohne die Allgemeinheit übergebührlich zu belasten“, so ZVG-Präsident Jürgen Mertz.

Berechnung an Modellbetrieben verschiedener Gartenbau-Sparten

Den Wirkungsmechanismus eines solchen Risikoinstruments hat der ZVG von der Gartenbau-Unternehmens-Beratungsgesellschaft (GUB) an Modellbetrieben der unterschiedlichen Gartenbau-Sparten berechnen lassen. Diese Berechnungen belegten, dass die steuerfreie Risikoausgleichsrücklage ein wirksames Instrument zur Risikominimierung in den Gartenbau-Betrieben sein kann.

„Die Risikoausgleichsrücklage soll eine Möglichkeit bieten, steuerbegünstigt Rücklagen zu bilden, die im Schadensfall zum Ausgleich verwendet werden können“, erklärt GUB-Geschäftsführer Jürgen Forster. Demnach sollen pro Jahr 50.000 Euro in die Rücklage eingestellt werden können, jedoch maximal 20 Prozent der Umsatzerlöse des Vorjahrs.

Steuerfreie Nutzung der Risikoausgleichsrücklage im Schadensfall

„Parallel muss ein Konto bei einem Kreditinstitut eingerichtet werden, auf dem 30 Prozent der Rücklage – maximal 15.000 Euro pro Jahr – eingezahlt werden muss. Im Schadensfall kann die Rücklage steuerfrei aufgelöst und der entsprechende Geldbetrag zur Schadensregulierung verwendet werden“, so Forster weiter.

Laut Forster soll die steuerlich begünstige Rücklagenbildung zur Kompensation von Schäden im Gartenbau in der Folge von Elementarschäden (Klimawandel) und Quarantäneschäden dienen. Da die Betriebe sehr individuell betroffen sein können, bedürfe es keiner allgemeinen Katastrophe, um die Rücklage steuerfrei nutzen zu können.

Politik muss Möglichkeiten zur Risikoausgleichsrücklage schaffen

Der ZVG fordert deshalb die Politik auf, die Möglichkeiten zur Risikoausgleichsrücklage in der Steuergesetzgebung zu schaffen. „Dadurch entsteht eine weit größere Sicherheit und Verlässlichkeit, als jeweils neu festzulegende Ad-hoc-Hilfen im Krisenfall, die dazu immer wieder auch sehr umstritten sind“, betont ZVG-Präsident Mertz.

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