Ruf der Gartenbau-Branche

30.07.2018

Welche Faktoren sind für den Ruf der Gartenbau-Branche wichtig?

Die Initiatorinnen der Studie, Marike Schmieder (l.) und Iris Brenneke, erforschen den Ruf der Grünen Branche.

Wie steht es um den Ruf der Gartenbau-Branche, und wie nehmen sowohl brancheneigene Akteure als auch Verbraucher diesen wahr? Unterscheidet sich ihre Wahrnehmung, und welchen Nutzen bieten diese Informationen für Unternehmen der Grünen Branche? Das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau Hannover (ZBG) möchte eine Methodik entwickeln, um den Ruf des Gartenbaus zu messen. Von Yasmin-Coralie Berg

ZBG-Studie: „Reputation des deutschen Gartenbaus“

In einem zweistufigen Forschungsvorhaben wollen die beiden Initiatorinnen Iris Brenneke und Marike Schmieder, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen des ZBG, nun diesen Fragen in ihrer Studie „Die Reputation des deutschen Gartenbaus“ auf den Grund gehen. Das Projekt wird im Rahmen der Forschungsarbeit des ZBG durchgeführt und anteilig durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie durch die Landwirtschaftsministerien der Länder finanziert.

Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Brenneke und Schmieder stellten im Rahmen ihrer Forschung immer wieder fest, dass im landwirtschaftlichen Bereich Studien zum Thema Akzeptanz der Branche vorliegen, gartenbauliche Produktionssysteme jedoch weitestgehend unberücksichtigt bleiben. Die beiden Frauen möchten diese Lücke mit ihrer Forschung schließen, indem sie in einer Online-Umfrage dazu aufrufen, die rufrelevanten Merkmale der Branche zu beurteilen.

Geeigneter Ansatz gesucht, um den Ruf der Gartenbau-Branche zu messen

Um den Ruf der Branche zu messen, müssen zunächst ein geeigneter Ansatz entwickelt und bestehende Forschungskonstrukte speziell auf den Gartenbau zugeschnitten werden. In diesem
Zusammenhang ist die Einschätzung branchennaher Akteure gefragt. Sie sollen als Experten dabei helfen, die aus ihrer Sicht für Kunden relevanten Merkmale zu beurteilen. Die erste
Befragung richtet sich demnach an Akteure aus den gartenbaulichen Wertschöpfungsketten. „Dabei ist für uns unbedeutend, ob die Teilnehmer der Befragung zugleich auch Inhaber
eines Gartenbaubetriebes oder Beschäftigter im Gartenbau sind“, ergänzt Schmieder.

Im letzten Schritt werden die ermittelten Indikatoren in einer Verbraucherumfrage eingesetzt. Sowohl das Ableiten von Handlungsempfehlungen auf Unternehmens- und Branchenebene als auch die Formulierung branchenumfassender Strategien werden somit möglich, meinen die beiden Forscherinnen. Zusätzlich könne durch dieses Wissen Öffentlichkeitsarbeit effektiver und zielgerichteter gestaltet werden. Darin zeigt sich nach ihrer Ansicht noch einmal die Bedeutung der Reputation für Unternehmen und Branchen als immaterielle Zielgröße und ihr somit nicht zu unterschätzender Vermögenswert.

Legitimation für unternehmerisches Handeln nicht zu unterschätzen

„Die Legitimation für das unternehmerische Handeln ist dabei nicht zu unterschätzen. Am Ende stehen dann Unternehmer, zwar ausgestattet mit ökonomisch effizienten Produktionstechniken, aber auch mit Lösungen und Ansätzen, die die Gesellschaft nicht mitträgt, alleine da“, erläutert Brenneke. „Unser Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der Produzenten auch und vor allem im Sinne einer langfristigen Planungssicherheit zu gewährleisten.“

Noch bis Ende des Jahres sollen erste Ergebnisse der Studie vorliegen. Neben der Veröffentlichung in Fachzeitschriften und der gartenbaulichen Fachpresse werden sie für die weitere Forschung genutzt.

Newsletter