Social Media: Content is King

31.10.2018

Im Geschäft, am Telefon ist die Kommunikation mit dem Kunden für grüne Unternehmen selbstverständlich – aber online mit ihren Kunden zu kommunizieren – auch über Social Media – das fällt immer noch vielen recht schwer. Von Fachredakteurin Katrin Klawitter

„Setze dich von den anderen ab“, rät Expertin Heidi Hecht nicht nur Gartenbau-Unternehmen für den Online-Kontakt mit Kunden.

Kommunikation mit dem Kunden dank Social Media selbstverständlich

Dabei ist Kommunikation dank Social Media und Interaktionsmöglichkeiten heute auch online bereits selbstverständlich und ein wichtiger Baustein im Geschäftsprozess, motivierte Heidi Hecht, Projektmanagerin Social Media und PR beim Grünen Medienhaus (Bonn), die Besucher des diesjährigen Beet- und Balkonpflanzentagea in Ahlem. Sie ist sich sicher: Social Media können den Handel positiv beeinflussen.

Fakten sprechen hier für sich: Vier von zehn Social Media-Nutzern haben heute vor einem Online-Kauf das betreffende Produkt bereits markiert oder als Favorit in Twitter, Facebook oder Pinterest geteilt, weiß sie. Und 71 Prozent der Konsumenten lassen sich beim Kauf von Referenzen in den Social Media leiten.

Welche sozialen Medien beeinflussen Käufe heute am meisten?

An vorderster Front ist das laut Heidi Hecht immer noch Facebook (30,8 Prozent), gefolgt von YouTube und LinkedIn (je 27 Prozent), Google Plus (20 Prozent), Pinterest (zwölf Prozent) und Twitter (acht Prozent). Dabei variieren die beeinflussenden Medien mit den Produktgruppen: Im Bereich Gärtnern und Dekorieren übt Pinterest mit 18 Prozent mehr Einfluss aus als Facebook (acht Prozent) und Twitter (acht Prozent).

Studien aus dem Neuromarketing belegen, dass nur zwei Prozent der wahrgenommenen Informationen im Kopf bleiben. Aber wie schaffen grüne Unternehmen es, bei der ganzen Informationsflut, zu diesen zwei Prozent zu gehören? Wichtig ist laut Hecht zuerst einmal, zu schauen, wie die eigene Zielgruppe gestrickt ist und welche Online-Bedürfnisse sie hat. Die unterscheiden sich nämlich je nach Geschlecht schon einmal recht deutlich.

Frauen sind laut Heidi Hecht etwas häufiger auf Facebook unterwegs als Männer: 51,2 Prozent der rund 2,1 Milliarden Facebooknutzer weltweit beziehungsweise der 30 Millionen in Deutschland sind Frauen. Demgegenüber sind 55 Prozent der weltweit eine Milliarde Instagram-Nutzer Männer. Überraschend, nicht nur für das Ahlemer Publikum: Bei Online-Inhalten achten Frauen eher darauf, ob das Gesehene für sie nützlich, intelligent ist, während für Männer die Nützlichkeit des Inhalts eher keine Rolle spielt – ihnen ist eher wichtig, dass er lustig ist.

Jüngere lassen sich durch Bilder, Ältere eher durch Text begeistern

Je nach Kunden muss ein Unternehmen in seinem Online-Auftritt den passenden Content haben. „Content is King“, so Heidi Hecht. Content ist dabei nicht nur der Inhalt an sich, sondern auch seine dargestellt Form. Demnach bevorzugen junge Kunden zwischen 18 und 24 Jahren in erster Linie Videos als Content-Format (65 Prozent), gefolgt von Fotos (51 Prozent) und Social Media Posts (49 Prozent). Demgegenüber mag der User über 55 Jahren vor allem die Nachrichtenform (59 Prozent), um über Inhalte informiert zu werden, es folgen Videos (43 Prozent) in seiner Beliebtheitsskala, dann Studien (40 Prozent). Auf den Punkt gebracht: Jüngere sind online eher mit Bildern zu begeistern, bei Älteren kommen eher Texte an.

Welches soziale Medium ist für mein Unternehmen geeignet?

Auch die bevorzugten Medien sind unterschiedlich: Anders als oft kommuniziert haben mehr Jüngere (88 Prozent) als Ältere (69 Prozent) einen Facebook-Account. Facebook ist damit immer noch der „Allrounder“. Instagram-Accounts nutzen dagegen fast nur Jüngere (64 Prozent), Ältere nur wenig (neun Prozent). Noch krasser sind die Unterschiede bei Snapchat: Hier haben 59 Prozent der Jüngeren, aber nur ein Prozent der Älteren einen Account. Bei Twitter und Pinterest sind die Unterschiede nicht ganz so groß, Xing und LinkedIn nutzen Jüngere und Ältere fast gleich stark.

Beim Inhalt, empfiehlt Heidi Hecht, gilt, wie auch im Marketing immer empfohlen, das Storytelling als wichtigste Möglichkeit, möglichst viel der zwei Prozent Aufmerksamkeit zu erzielen. „Schon als Kinder mochten wir gute, spannende und lustige Geschichten“, so die Expertin: Warum sollte das also in den Social Media anders sein? Und so zeigte sie unter anderem die freche, einprägsame Werbung von Sixt („Für alle, die einen Gauland in der Nachbarschaft haben: Jetzt einen günstigen Umzugs-Lkw mieten“), das „Eat-karus“-Video von Edeka und die Volmary-Kampagne mit seinen „Ice Babies“ als gute, aufmerksamkeitsstarke Beispiele.

Setze dich im Online-Kontakt mit Kunden von anderen Unternehmen ab

„Setze dich von den anderen ab“, rät Heidi Hecht auch für den Online-Kontakt mit Kunden. Es gilt, nicht nur das richtige Content-Format, sondern auch das richtige soziale Netzwerk zu finden. Und dort mit Geschichten zu bewegen, Visionen, Botschaften und Informationen derart zu transportieren, dass der Nutzer sich in hohem Maße erinnert: Denn das beeinflusst letztendlich seine Kaufentscheidung positiv. Laut Heidi Hecht ist Instagam aufwendiger zu bespielen als Facebook, zwei bis drei Posts pro Tag sollten da schon sein. Social Media, intensiv bespielt, sind auf jeden Fall ein täglicher Job, darauf wies eine Beraterin hin, für den man einen Social-Media-Manager beauftragen sollte – extern oder aus den eigenen Reihen, beispielsweise einen loyalen Mitarbeiter.

Newsletter