Stapeln von CC-Karren verboten

Die niederländische Sozial- und Beschäftigungsinspektion (ISZW) hat das Stapeln von CC-Karren verboten. Hintergrund: Vor rund zwei Monaten ereignete sich ein Unfall, bei dem zwei gestapelte CC-Karren auf unebenem Boden umstürzten und eine Saisonkraft so stark verletzten, dass sie einen Teil des Fingers verlor. Der Vorfall schlägt nicht nur in den Niederlanden hohe Wellen. Von Katrin Klawitter

Niederlande: Gestapelte CC-Karren verletzen Arbeitsrecht

Stapeln von CC Karren Container Centralen
Betrachten Gärtner nach dem Vorfall in den Niederlanden nun das Stapeln von CC-Karren mehr als Sicherheitsrisiko? Foto: Container Centralen.

Container Centralen gab in Folge des Vorfalls eine Pressemeldung heraus. Das Stapeln von zusammengebauten CC-Karren sei aufgrund von Sicherheitsrisiken eine Verletzung des niederländischen Arbeitsschutzgesetzes. Außerdem wies das Schriftstück darauf hin, dass die CC-Karren nicht für eine Stapelung im zusammengebauten Zustand konzipiert sind. Einzelne leere, auseinander gebaute CC-Container-Böden können aber entsprechend der CC-Vorschriften (www.container-contralen.com) gestapelt werden.

LTO Glaskracht Niederlande und Stigas haben auf Anfrage der ISZW eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um einen Aktionsplan zu entwerfen, wie Unfälle beim Umgang mit CC-Karren zukünftig vermieden werden können. Container Centralen ist Teil dieser Arbeitsgruppe.

Ohne Stapeln von CC-Karren mehr Transportkosten

Niederländische Fachmedien berichteten im Nachgang des Unfalls, dass für viele Gärtner ein profitabler Transport von Pflanzen ohne das Aufeinanderstapeln von CC-Karren gar nicht möglich sei. Lieferanten von Großhändlern befürchteten durch ein Stapel-Verbot eine mögliche Erhöhung der Logistikkosten. Genannt werden in diesem Zusammenhang die Einzelhandelsketten Aldi, Lidl und Coop, die aufgebaute gestapelte Karren verwenden.

Das Stapeln von CC-Karren mit kurzen Holmen ist nach Erfahrung von Landgard eine europaweit verbreitete Praxis. „Wir haben keine Kenntnis davon, dass es in Deutschland bisher zu signifikanten Unfällen im Zusammenhang mit gestapelten CC-Karren gekommen ist“, so der Vermarkter.

Stapeln von CC-Karren gängige Praxis?

„Das Übereinanderstapeln von CC-Karren kenne ich nur bei den kleinen Lebensmittel-Einzelhandels-CC“, bestätigt auch der Inhaber eines großen, norddeutschen Gartenbaubetriebes. Bei normalen CC-Karren würde ein Stapeln von der Höhe des Laderaums der Lkw auch gar nicht passen, sagt er. Ansonsten habe er übereinander gestapelte Normal-CC bisher nur in einem Kühlhaus gesehen:

„Das Risiko wird dort aufgrund des beschränkten Platzes in Kauf genommen. Zudem werden die CC dort nur wenig oder gar nicht bewegt.“ Die meisten Lkw seien von der Höhe nur auf normal beladene CC ausgelegt. „Höhere CC-Karren können in der Regel nur Fachspeditionen fahren.“

Unnötiges Stapeln von CC-Karren aus Gewohnheit?

Ein anderer Gärtner gibt ganz klar zu, dass auch in Deutschland viele CC-Karren gestapelt werden. „Ich denke, das Thema wird von vielen nicht so sehr als ernstes Risiko betrachtet – man geht es sicher nicht bewusst ein. Ich vergleiche es gerne mit einer Straßenkreuzung: Beim Überqueren einer Kreuzung geht man ein Risiko ein, aber passiert das bewusst? Letztendlich ist nichts zu 100 Prozent sicher.“
Um den Transportvorgang einfacher zu machen, würden oft halbe Container verwendet, weil die sich im Lager gut verteilen lassen: Große Abnehmer bekommen vier halbe, kleine zwei und mittlere drei halbe. „So gesehen, verschickt man dann oft viel zu viele halbe (gestapelte).“ In der Theorie benötige man stattdessen eigentlich nur vier große und einen halben Container statt der neun halben“, erläutert er seine Rechnung. Eine bessere Aufteilung könnte das Risiko schon verringern. Aber Unfälle könnten natürlich nicht nur durchs Stapeln, sondern auch einfach durch unebenen Boden und ein defektes Rad passieren, durch das schon ein normaler CC-Karren umkippen könne.

Zur Autorin: Katrin Klawitter ist freie Journalistin für die Grüne Branche. Sie ist für das Redaktionsteam der TASPO und weitere Medien aktiv.

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