Im Trend: Verpackungen aus Papier statt Kunststoff

05.02.2019

Die Nachfrage nach einem umweltgerechten Materialeinsatz nimmt zu. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb Verpackungen aus Papier und Pappe ein, die wie Altpapier entsorgt und recycelt werden können. Das gilt auch für Transportverpackungen, wie Beispiele von Royal FloraHolland, Stolk Flora und Modiform zeigen.

Stolk vermarktet Phalaenopsis ohne Plastik

Alle Pflanzen des niederländischen Phalaenopsis-Züchters Stolk Flora, erhältlich unter dem Namen Your Natural Orchid, vermarktet das Unternehmen künftig in einer Tray-Hülle aus Papier. Damit endet die Verwendung von Plastikhüllen als Verpackung dieser Pflanzen unmittelbar, sagt Züchter Jan Stolk.

„Bei Floristen und in Gartencentern werden Pflanzen fast immer ohne Hülle präsentiert. Gleich bei Anlieferung werden die Plastikhüllen entsorgt– eine enorme Verschwendung. Mit unserer neuen Tray-Hülle aus Papier gehört das der Vergangenheit an. Auch mit minimaler Verpackung bieten wir optimalen Transportschutz.“

Die Papierhülle umhüllt das Tray vollständig und lässt sich mit dem Vier-Pflanzen-Tray aus Karton oder mit dem „EcoExpert“-Tray aus Papierbrei für sechs und zehn Pflanzen kombinieren.

Papier-Trays sparen tonnenweise Plastikabfall ein

Anstelle von Plastikhüllen verwendet Stolk Flora nun recycelbares Papier und spart mit dieser neuartigen Verpackung nach eigenen Berechnungen auf Jahrbasis hochgerechnet mehrere Millionen Hüllen und über 58 Tonnen Plastikabfall.

In Kombination mit der Verwendung der „EcoExpert“-Trays aus Karton sei diese Verpackung vollständig frei von Plastik, wodurch etwa 111 Tonnen Plastik eingespart werden.

Komplett abbaubar: „EcoExpert“ von Modiform

Modiform entwickelt und produziert Anzucht-, Transport- und Verpackungssysteme und arbeitet stetig weiter daran, Verpackungs- und Transportprodukte für den Gartenbau herzustellen, die nachhaltig und umweltfreundlich sind. Nach intensiver Forschung hat Modiform die genannte „EcoExpert“-Linie entwickelt. Die Trays dieser Reihe bestehen aus Papierfaser anstelle von Kunststoff.

Bei dem Papier handelt es sich zu 100 Prozent um Altpapier aus der Produktion von Pappkartons. „EcoExpert“-Produkte können deshalb problemlos im normalen Recycling-System (Altpapier) für Haushalte oder Einzelhändler wieder verwendet werden. Sie sind zudem auch kompostierbar und werden innerhalb eines Jahres komplett abgebaut.

Recycling-Töpfe entstehen vollautomatisch

Die Töpfe und Paletten der „EcoExpert“-Reihe von Modiform entstehen aus gesammelten Pappeabfällen. In einem Hydro-Pulper werden die Fasern aufgelöst, um Zellstoff zu bilden. Der gesamte Prozess erfolgt vollautomatisch.

Die Formen für die Töpfe und Paletten werden in den Zellstoffbehälter eingetaucht, der Zellstoff durch winzige Vakuumlöcher auf die Form gesaugt. Eine Gummipresse verpresst den Zellstoff.

Die geformten Zellstoffprodukte haben mikroskopisch kleine Löcher. Deshalb verwendet Modiform ein natürliches Wachs-Additiv in der Pappemischung, das diese kleinen Löcher verstopft und eine Wassersperre schafft. Dieses natürliche Wachs ist vollständig biologisch abbaubar und kann ebenfalls mit allen anderen Pappmaterialien über die normalen Recycling-Systeme recycelt werden.

Geschlossenes Recycling-System auch für Kunststoffprodukte

Auch für Kunststoffprodukte sieht Modiform ein geschlossenes Recycling-System als die umweltfreundlichste und nachhaltigste Art und Weise an, mit Kunststoffmaterialien umzugehen. So oft wie möglich trifft das Unternehmen mit seinen Kunden Vereinbarungen, die Produkte zurück zu Modiform zu bringen, damit sie erneut zu einem Ausgangsmaterial für die Herstellung weiterer Produkte verarbeitet werden können.

Als Beispiel dafür, wie gut das funktioniert, nennt Modiform Dänemark: Dort nimmt das Unternehmen von einer Lebensmittelkette sämtliche Trays von jeder Filiale im ganzen Land zurück und recycelt diese. „Dies funktioniert aber nur mit PS (Polystyrol) Trays, da es unendlich oft recycelt werden kann“, erläutert Gerd Steverding, Verkaufsmanager für Deutschland. „Ganz im Gegensatz zu PET, das gar nicht nach dem Gebrauch im Gartenbau recycelt wird.“

Royal FloraHolland fördert Trays aus Papierfasern

Auch die Versteigerung Royal FloraHolland möchte nach eigenen Aussagen einen Marktplatz ohne Abfälle und ohne Ressourcenvergeudung schaffen, wobei möglichst viele Rohstoffe wiederverwendet werden. Als eine Alternative zu den heute eingesetzten Pflanzentrays sieht Royal FloraHolland Trays aus Papierfasern und hat dafür den Verpackungscode Fc225 eingeführt. Kunden können diesen Verpackungscode für ihre Transaktionen verwenden.

Der Papierfaser-Tray Fc225 hat die Maße 28 mal 40 Zentimeter (entspricht Normpack 200) und besteht aus gepressten Papierfasern mit einer wasserresistenten Beschichtung aus natürlichem Material. Er ist problemlos wie Karton und Papier im vorhandenen Abfallstrom recyclingfähig.

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