Vielseitiges Angebot bei der LED-Pflanzenbelichtung

30.01.2018

Seit Jahren ist die LED-Pflanzenbelichtung in der Diskussion. LED bieten bei der Belichtung Vorteile, so kann das Lichtspektrum auf das gewünschte Produktionsziel eingestellt werden. Aufgrund der Energieeffizienz kann mit LED bei gleicher Anschlussleistung stärker belichtet werden. Viele Lösungen erlauben den Wechsel bei Belichtungsanlagen ohne neue Installation, dazu kommen neue Lichtspektren auf den Markt. Fachjournalist Werner Oschek gibt einen Überblick.

Neu entwickelte Leuchte LED-KE 300

LED Pflanzenbelichtung Sanlight Werner Oschek
Sanlight ist ein neuer Name im Bereich der LED-Pflanzenbelichtung. Foto: Werner Oschek

Mit der neu entwickelten Leuchte LED-KE 300 löst DH Licht (Wülfrath) das LED-Produktionsmodul III DRBFR ab, das nicht mehr gefertigt wird. Die beiden neu konstruierten Aluminium-Strangpressgehäuse – das eine für die elektronische Treibereinheit, das andere für die LED-Leiterplatten lassen sich werkzeuglos miteinander verbinden, aber auch getrennt voneinander betreiben. Beide Gehäuse sind so ausgelegt, dass ein Austausch von Treibern und LED-Leiterplatten vor Ort erfolgen kann. Bisher musste, zumindest bei einigen Herstellern, die gesamte Leuchte entsorgt werden.

In der Leiterplatte sind LED mit fünf verschiedenen Spektren von 400 bis 730 nm verbaut, von denen vier über die Software ViSuSpektrum beziehungsweise ihr Upgrade ViSuSpektrum 2.0 mit vielen neuen Funktionen gesteuert werden können. Die Treibertechnologie lässt die flackerfreie Regelung der LED zu. Hybrid-Dimmung nennt DH Licht diese Option.

Mit nur 300 Watt Anschlussleistung erzeugt die LED-KE 300 mehr als 560 µmol/m²s und gibt dabei ein sehr breites, pflanzenverfügbares PAR-Spektrum ab. Der Ausstrahlungswinkel ist über die Linsentechnik der LED festgelegt – man benötigt keinen weiteren, den Wirkungsgrad reduzierenden Reflektor. Neben der Möglichkeit, die Leuchten bedarfsweise den Kulturen oder dem Wachstumsstadium der Pflanzen anzupassen, lässt sich das Wachstumsverhalten der Kulturen verändern. Dazu wurden bereits einige Forschungsprojekte angelegt.

Reaktion auf UV-Strahlung

Unterschiedliche Reaktionen der Pflanzen auf UV-A- oder UV-B-Strahlung konnten bewiesen werden. Insbesondere in der Jungpflanzenanzucht und zur Vorbereitung der Pflanzen für die Freilandkultur wurden mit UV-Licht bereits gute Ergebnisse erzielt. Andere Bereiche warten laut DH Licht darauf, erforscht zu werden. Das Unternehmen hat sich dieser Strahlung angenommen und für den Gartenbau und die Forschung entsprechende Produkte entwickelt.

Bei allen UV-Leuchten und UV-Lampen ist die DIN einzuhalten. Die Räume, in denen UV-Licht angewendet wird, sind besonders zu kennzeichnen. Menschen müssen insbesondere ihre Augen und die Haut schützen.

Strahlwasser geschützte LED-Leuchte MGR-E 400 UV

Die MGR-E 400 UV ist eine IP 65-strahlwassergeschützte Leuchte, bestehend aus zwei Gehäusen mit einem in der Hauptwellenlänge von 280 bis 500 nm strahlenden Leuchtmittel. Sie deckt damit den UV-A-Bereich von 315 bis 380 nm ab. Mit einer Leistung von 400 Watt, betrieben an einem elektronischen Vorschaltgerät von DH Licht, ist diese Leuchte nach Firmenangaben für intensive oder großflächige Bestrahlung geeignet.

Die MGR-E 424 UV ist eine IP 65-strahlwassergeschützte Leuchte mit einer UV-A-Strahlung im Wellenlängenbereich von 315 bis 400 nm. Damit ist ein geringer Anteil von zwei Prozent UV-B-Strahlung ebenfalls vorhanden. Die Leuchte ist zwischen einem und 100 Prozent dimmbar

und damit gerade auch in kleineren Räumen gut einsetzbar. Der breite Abstrahlungswinkel des Reflektors lässt eine große Fläche bei geringer Leistung ausleuchten. Die Vorschaltgeräte sind in die Leuchte integriert. Der Anschluss erfolgt über das fünfpolige Stecksystem der MGR-Serie.

„Hortisense“: Software interpretiert Daten

Hortilux Schréder (NL-Monster) führt die digitale Datenplattform „Hortisense“ ein, die beispielsweise die Lichtprozesse im Gewächshaus anzeigt. Die Software interpretiert die Daten und bietet dem Gärtner alle wichtigen Informationen, die er mit jedem Gerät immer und überall abrufen kann.

Ein Modul beugt der Überhitzung von Transformatoren oder elektrischen Kontakten vor und sichert die Stromversorgung. Das „Lichtmanagement“-Modul zeigt in Echtzeit die Lichtmenge, die die Pflanzen von der Sonne und der Belichtung erreicht. Das Wartungsmodul gibt Informationen über weitere Dinge wie Lebenszeit der Lampen oder Hinweise über Störungen und Abweichungen. So hat der Anbauer immer eine Übersicht über seine Belichtungsanlage. Dies verbessert die Effektivität der Anlage und sichert die Funktion der elektrischen Installation, so Hortilux. Die Software kombiniert alle relevanten Informationen für die Belichtung.

Daneben bietet die Software weitere Möglichkeiten, beispielsweise Lichtstrategien auf Basis der Pflanzen-physiologie oder des Lebenszyklus. Sie erlaubt eine automatische Lichteinstellung, basierend auf Vorhersageanalysen, wie Wettervorhersage, Energie- oder Produktpreisen.

„Direct Drive“: Alternative zu Natriumdampflampen

Indo Lighting (UK-Southampton) wurde 2007 gegründet und bezeichnet sich als Pionier bei der „Direct Drive“-LED-Straßenbeleuchtung. Direct Drive ist eine LED-Technologie, die von Indo entwickelt wurde, um auf LED-Treiber verzichten zu können.

Das Unternehmen bietet eine „Direct Drive“-LED-Wachstumsbelichtung an, die 1:1 gegen vorhandene Natriumdampfleuchten getauscht werden kann, 50 Prozent Energie sparen und eine Lebensdauer von 100.000 Betriebsstunden haben soll. Daher gibt der Hersteller an, dass die Anlage 20 Jahre ohne Pflege betrieben werden kann. Die sonst üblichen LED-Treiber müssten in der Regel nach vier bis acht Jahren ausgetauscht werden.

Die Armaturen sind leicht und dünn, sie kommen ohne aktive Kühlung aus. Das Lichtspektrum kann nach den Anforderungen des Kunden optimiert werden und die LED sind dimmbar.

Neuer Name bei der LED-Pflanzenbelichtung

Ein relativ neuer Name bei der LED-Pflanzenbelichtung ist Sanlight (A-Schruns). Gegründet wurde das Unternehmen 2012 von Martin Anker und David Schmidmayr. Ihre Kernkompetenz sehen sie in der Entwicklung und Fertigung hochwertiger LED-Pflanzenbelichtungslösungen sowie in der Forschung und Beratung. Neben ihren Serienprodukten entwickeln und fertigen sie auch Sonderlösungen. Mit der eigenen Forschung und über Forschungskooperationen generieren sie fortlaufend neues Wissen, das in ihre Produkte einfließt.

Die Sanlight LED-Leuchten erhöhen nach Firmenangaben die Produktivität und verbessern die Kosteneffizienz. Alle Sanlight-Produkte sind passiv gekühlt und zeichnen sich durch Langlebigkeit, Robustheit und Effizienz aus.

Technologisch pflegen Sanlight einen anderen Ansatz als viele Mitbewerber. So versuchen sie, die „Farbkonversion“, durch die aus einem blauen Licht ein rotes generiert wird, auf einem Minimum zu halten. Wird Rot direkt mittels der entsprechenden Halbleiterkombination generiert, ist dies laut Schmidmayr viel effektiver.

Ein weiterer Punkt ist die spezielle Freiform-Optik, durch die das Licht gezielt in viereckiger Form in die Zielfläche gebracht wird, wodurch überall die gleiche Intensität gegeben ist. Dies bedeutet homogenere Bestände auf der gesamten Kulturfläche.

Sanlight P4-Serie bietet großflächige Belichtung

Die Sanlight P4-Serie ist nach Firmenangaben erste Wahl bei großflächiger Belichtung und rauen Bedingungen. Sie verfügt über die IP64-Schutzklasse und wurde für den Einsatz im Gewächshaus und in Etagensystemen mit hohem Lichtbedarf entwickelt. Sie ist in unterschiedlichen Ausführungen, beispielsweise hinsichtlich der Abstrahlcharakteristiken oder Spektren, erhältlich und daher optimal an die individuellen Anforderungen anzupassen. Sie bildet einen vollwertigen Ersatz herkömmlicher Leuchten.

Das Standardspektrum hat für angenehmes Arbeiten und natürliche Darstellung der Pflanzen einen warm-weißen Lichteindruck, ähnlich dem Sonnenlicht. Auch das Wuchsverhalten unter diesem Spektrum sei mit -jenem unter natürlichem Sonnenlicht vergleichbar. Neben dem Standardspektrum sind Sonderspektren, beispielsweise für einen kompakten Wuchs, erhältlich. Für maximale Wirtschaftlichkeit und Effizienz ist nach Firmenangaben eine individuelle Lichtplanung und Beratung notwendig, die sie ihren Kunden anbieten.

Die Sanlight S2W wurde für mittlere bis kleine Kulturflächen im Innenbereich entwickelt. Das Sanlight M30–Modul wurde für kleine bis sehr kleine Flächen im Innenbereich entwickelt.
Die LED-Pflanzenbelichtungsmodule Flex 10 und Flex 20 wurden als vielseitiges, modulares Pflanzenbelichtungssystem für den professionellen Einsatz im Innen- und Außenbereich entwickelt. Sie eignen sich besonders für platzsparende Etagensysteme und als Ersatz für herkömmliche Neonröhren.

Natürliches Spektrum bei professionellem LED-Wachstumslicht

LightDNA ist eine neue Produktlinie mit professionellem LED-Wachstumslicht von Valoya (FIN-Helsinki). Zweck der LightDNA-Produkte ist es, eine natürliche Außenstrahlung hinsichtlich des Spektralbereichs, der Licht¬intensität und der Photoperiode zu ¬liefern. Nach dem 2016 erstmals vorgestellten Valoya LightDNA Dynamic Light werden jetzt „2 Channel Light“ und „8 Channel Light“ eingeführt.

Das Lichtspektrum des „2 Channel Light“ liegt sehr nah am Spektrum des Sonnenlichts bei klarem Himmel und kann Dämmerung und leichte Bewölkung simulieren. Mit dem „8 Channel Light“ lässt sich Freilandlicht von jedem Standort weltweit simulieren.

Werner Oschek ist freier Journalist für die Grüne Branche und unter anderem für die Fachzeitschrift Gärtnerbörse aktiv.

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