Die Geschichte der Topfmaschine

Die 1950er Jahre waren in Deutschland eine Zeit der Veränderung und des Wiederaufbaus. Insbesondere Westdeutschland verzeichnete in den 1950er Jahren, unterstützt durch das European Recovery Program (auch als Marshall Plan bekannt), ein stetiges Wachstum. Niedrige Löhne bei einem gleichzeitig hohen Innovations- & Automatisierungsgrad bescherten dem Westen Deutschlands ein Wirtschaftswachstum, das als Wirtschaftswunder in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Zur selben Zeit wuchs die Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland stetig an und wurde mit dem Bau der Berliner Mauer in den 1960er Jahren größer denn je. Der steigende Wohlstand im Westen Deutschlands führte in sämtlichen Wirtschaftsbereichen zu einer gestiegenen Nachfrage. So auch im Erwerbsgartenbau und insbesondere bei der Nachfrage nach Topfpflanzen.

Eine Idee die den Gartenbau für immer veränderte

Georg Mayer, der Vater des heutigen Inhabers der Mayer Gruppe, Klaus Mayer, erkannte, dass die herkömmliche, manuelle Topfbefüllungs- und Pflanzmethode sowohl qualitativ als auch quantitativ nicht mit der gestiegenen Nachfrage mithalten konnte. Zusammen mit den beiden Gärtnermeister Alfred und Herbert Haufe, seinerzeit zwei der führenden Erika- und Azaleenzüchter in Deutschland, entwickelte er die Vision, den Produktionsprozess von Gartenbaubetrieben so einfach und effizient wie möglich zu gestalten.

Aufgrund seines Hintergrunds als Maschinenbauer entwickelte er mehrere Prototypen, die den Topfbefüllungsprozess automatisieren sollten. Im Jahr 1967 war es dann endlich soweit und es gelang ihnen der Durchbruch. Georg Mayer entwickelte eine Maschine, die die Erwerbsgartenbaubranche für immer verändern sollte. Mit einem automatischen Bohrmotor ausgerüstet ging das „Modell 68“ als erste automatische Topfmaschine der Welt in die Geschichte ein und hat den Namen Mayer untrennbar mit der Erfindung der Topfmaschine verbunden. Die erste Topfmaschine verfügte über einen kleinen Erdbehälter, der auf ein Rundsystem montiert wurde von welchem aus die Töpfe mit Erde befüllt werden konnten. Der am Drehkranz angebrachte Bohrmotor stellte die erste Automatisierung im Topfprozess dar und ermöglichte es Gartenbaubetrieben ihre Produktionsleistung bei einer gleichbleibend hohen Topfqualität auszubauen.

Mayer als Innovationsführer

Mit dem Erfolgszug des „Modell 68“ folgte im Jahr 1969 die zweite Maschine, das „Modell 69“ und nur zwei Jahre später erschien mit dem „Modell 71“ die dritte Maschine am Markt. Sowohl das Modell 69, als auch das Modell 71 verfügten über ein innovatives Substratbeförderungssystem, welches die Erde automatisch zum Drehkranz transportierte. Über die folgenden Jahre wurde die Maschine kontinuierlich weiterentwickelt und erhielt ein Transportband mit Elevatorketten, welches nicht nur die Erde vom Erdbunker zur Maschine transportierte, sondern darüber hinaus die Töpfe am Drehkranz befüllte. 

Der Name Mayer als Qualitätssiegel

Aus vorangegangenen Erfahrungen im Bereich der Produktion von Landmaschinen sowie großen Stahl- & Metallkonstruktionen war für Georg Mayer schnell klar, dass die entwickelten Topfmaschinen nicht nur funktionell einwandfrei sein mussten. Um den extremen Bedingungen des täglichen Einsatzes und Witterungen zu wiederstehen, wurde von Beginn an großer Wert auf qualitativ hochwertige Bauteile und die Langlebigkeit der Maschinen gelegt.

Über die Jahre wurde Mayer nicht nur für die Erfindung der ersten Topfmaschine bekannt, sondern auch für die hohe Qualität und lange Lebensdauer der Maschinen. Auch heute noch sind Maschinen im Einsatz, welche vor 40 Jahren ausgeliefert worden sind und ihre Besitzer noch wie am ersten Tag bei der täglichen Arbeit unterstützen.

Dieser Qualitätsanspruch und die Entwicklung von Automatisierungslösungen, nah an den Bedürfnissen unserer Kunden, stehen seit über 50 Jahren im Mittelpunkt unseres Handelns.

Mayer Pflanz- & Systemtechnik heute

Über die Jahrzehnte hinweg wurde nicht nur das Portfolio erweitert, welches heute Maschinen für die Erdaufbereitung, die Befüllung und das Handling beinhaltet. Auch das Unternehmen hat sich immer wieder neu erfunden und wurde kontinuierlich ausgebaut. 

2400E
Aufgrund der sehr hohen Nachfrage wurde die Produktionsgrenze der Fertigung am Standorts Heidenheim schnell erreicht. Um dem wachsenden Bedarf an Automatisierungslösungen für den Erwerbsgartenbau gerecht zu werden, wurde im Jahr 1994 die erste Auslandstochter in Kisfalud (Ungarn) gegründet. Im gleichen Jahr folgte die Gründung der 2. Auslandstochter der Mayer HW & SW Kft, die sich fortan um die Entwicklung und Fertigung von Schaltschränken, Steuerungstechnik und Handhabungstechnik kümmerte.

Diesen Beitrag teilen:

Share on facebook
Share on linkedin
Share on xing

Diesen Beitrag teilen:

Share on facebook
Share on linkedin
Share on xing

Das könnte Sie auch interessieren!